Citrix-Umfrage

Mobile Arbeitskonzepte fordern die Unternehmen heraus

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Einer aktuellen Umfrage zufolge werden die zunehmende Mobilität von Arbeitnehmern und neue Arbeitsmodelle die Unternehmenskultur künftig stark verändern. Besonders die Einführung von Mobility-Konzepten sieht ein Großteil der Befragten dabei als eine der dringendsten IT-Herausforderungen für ihr Unternehmen.
Mobile Lösungen sollen die Produktivität und Flexibilität der Mitarbeiter erhöhen.
Mobile Lösungen sollen die Produktivität und Flexibilität der Mitarbeiter erhöhen.
Foto: Deutsche Telekom

Um herauszufinden, welchen Stellenwert das Thema Mobilität im Enterprise-Umfeld einnimmt, befragte der Virtualisierungs- und Mobility-Experte Citrix zwischen Mai und Juni IT-Administratoren, IT-Manager und Geschäftsführer deutscher Unternehmen verschiedener Branchen und einer Größe bis zu 3.000 Mitarbeitern. Dabei stellte sich als wichtigstes Ergebnis heraus, dass sich mit 88 Prozent bereits die deutliche Mehrheit der Firmen über die Bereitstellung mobiler Anwendungen für ihre Mitarbeiter Gedanken gemacht hat. Rund die Hälfte dieser Unternehmen zieht dabei in Erwägung, die wichtigsten Anwendungen sogar auf allen mobilen Endgeräten bereitzustellen - unabhängig vom verwendeten Betriebssystem und der Tatsache, ob Geräte Privat- oder Unternehmenseigentum sind. Nur rund ein Fünftel der Befragten würde private Endgeräte von der Bereitstellung mobiler Business-Anwendungen komplett ausschließen.

Als größte Triebkraft zur Einführung von Mobility-Konzepten wurde die Forderung nach mehr Mobilität und Flexibilität der Mitarbeiter genannt (36 Prozent), gefolgt von Sicherheits- (30 Prozent) und Kostenaspekten (18 Prozent), etwa durch die Einsparung von Büroflächen. Nur zwei Prozent der Befragten sehen dagegen einen Vorteil in der Möglichkeit, die Beschaffungskosten der Endgeräte teilweise auf die Mitarbeiter umzulegen. Zu den wichtigsten Technologien auf dem Weg zum mobilen Unternehmen gehören für die Umfrageteilnehmer neben VPN-Lösungen (36 Prozent) vor allem Enterprise Mobility-Management-Lösungen (24 Prozent) und Filesharing-Services (21 Prozent).

Sicherheitsbedenken nach wie vor größte Herausforderung

Neben dem Vorteil, Sicherheitsaspekte in das Mobility-Konzept zu integrieren, sieht eine Vielzahl der Befragten hier gleichzeitig auch die größte Herausforderung: Etwa 87 Prozent der Befragten haben Bedenken bezüglich der Sicherheit von Unternehmensdaten. Weitere 76 Prozent Prozent sehen die Unsicherheit bezüglich der Einhaltung von Vorschriften und Standards als große Hürde. Auf Platz drei der größten Herausforderungen liegt die Befürchtung, dass Mitarbeiter das Risiko beim Daten-Zugriff mit ungeschützten privaten Endgeräten unterschätzen (71 Prozent). Die geringste Schwierigkeit erwarten die Unternehmen dagegen beim Umgang mit Support- und Wartungsfragen (28 Prozent).

Die Umfrageergebnisse im Überblick
Die Umfrageergebnisse im Überblick
Foto: Citrix

Ganze 92 Prozent der Befragten glauben, dass mobile Arbeitsumgebungen einen Einfluss auf den traditionellen Arbeitsplatz haben werden. Die größten Veränderungen sehen sie in der Ausstattung mit modernsten Technologien (49 Prozent). Weitere 34 Prozent befürchten, dass die persönliche Atmosphäre der Büros verschwindet. Vorteile ergeben sich in den Augen der Verantwortlichen in der Produktivität der Mitarbeiter, etwa durch Desk-Sharing-Programme (21 Prozent), und in der Unterstützung flexibler Arbeitsmöglichkeiten, wie etwa dem Home Office (19 Prozent).

Interessant ist die Vorgehensweise der Umfrageteilnehmer, wenn auch private Endgeräte in die mobilen Arbeitskonzepte integriert werden sollen, bekannt unter dem Stichwort ByoD: Demnach beabsichtigen 81 Prozent der Unternehmensvertreter, die Zugriffsrechte ihrer Mitarbeiter in einem solchen Szenario auf Daten und Anwendungen einzuschränken. Im Detail wollen etwa 43 Prozent dieser Unternehmen den Daten- und Anwendungs-Zugriff nur mit bestimmten Netzwerkverbindungen erlauben. Als weitere Kriterien für die Einschränkung wurden Endgeräte-Typen (28 Prozent), die Aufgabengebiete der Mitarbeiter (24 Prozent) sowie der Ort, von wo aus sie arbeiten (17 Prozent) genannt.