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Handeln im Notfall

Mobile Applikationen für das betriebliche Notfallmanagement

Alexander Oesterle (Chief Security Officer, SAP) absolvierte sein Studium der medizinischen Informatik an der Universität Heidelberg. Seine berufliche Karriere begann er als Programm Manager für SAP Implementierungen bei einem SAP Partner. Im Anschluss wechselte er zur InterComponentWare AG. Dort war er verantwortlich für das Qualitäts Management und die Globale IT. Seit dem Jahr 2007 ist er für SAP tätig, wo er zunächst das globale Prozess Management leitete. 2012 wurde er Global Vice President mit Verantwortung für Governance, Risk & Compliance. 2013 übernahm er zusätzlich die Verantwortung als Chief Security Officer für die Konzernsicherheit bei der SAP SE. Zur Zeit absolviert er seinen Executive MBA an der Mannheim Business-School und der ESSEC in Paris.
Die Bereitstellung von Notfallinformationen im Rahmen des betrieblichen Notfallmanagements wird durch Globalisierung und vermehrte Reisetätigkeit komplexer. Mobile Applikationen können hier helfen.

Betriebliches Notfallmanagement ist ein wichtiges Anliegen und auch eine Pflicht für Unternehmen. Dazu gehört insbesondere Mitarbeitern Informationen bereitzustellen, wie sie sich in Notfällen verhalten sollten und wie sie Hilfe rufen können.

Je nach Branche sind verschiedene Gefahrenpotenziale zu berücksichtigen. Die Unfallgefahr ist in einem Chemie-Unternehmen sicherlich weitaus höher als in einer Bank. Aber auch bei einem Schlaganfall im Büro sollten Mitarbeiter wissen, wen man verständigen muss, wo man anrufen kann und, was zu tun ist, bis Hilfe eintrifft. Auch soll ein betriebliches Notfallmanagement sicherstellen, dass idealerweise bereits im Unternehmen erste Hilfe geleistet werden kann. Wenn externe Hilfe geholt werden muss, müssen die Rettungskräfte eingelassen und zur Unfallstelle geführt werden.

Aus diesem Grund sind die öffentlichen Notrufnummern für Mitarbeiter an großen Standorten nicht die erste Wahl. Stattdessen werden Mitarbeiter angewiesen, einen internen Notruf abzusetzen, damit möglichst schnell intern erste Hilfe geleistet und externe Hilfe koordiniert werden kann.

Eine weitere Herausforderung für das betriebliche Notfallmanagement sind Dienstreisen der Mitarbeiter, da die Mitarbeiter auch die Notfallinformationen für den aktuell besuchten Standort des Unternehmens zur Verfügung haben müssen. Jedes Land hat eigene offizielle Notfallrufnummern und erst Recht hat jeder Standort eines Unternehmens unterschiedliche interne Notfallnummern. Die Gefahrenpotenziale je nach Standort können sich stark unterscheiden und so wird auch die Hilfe vor Ort unterschiedlich organisiert sein.

Schneller Notruf durch mobile Applikationen

Glücklicherweise können mobile Applikationen eine Antwort auf die oben beschriebenen Herausforderungen sein. Smartphones können erkennen, an welchem Standort sich der Mitarbeiter aktuell aufhält. Dementsprechend werden die jeweils relevanten Notrufnummern und weitere wichtige Informationen, wie z.B. die Verfügbarkeit von Automatischen Defibrillatoren oder einfache medizinische Anweisungen bereitgestellt.

Die für das Unternehmen relevanten Notfallmanagementinformationen sollten in einer zentralen Datenbank erfasst und aktuell gehalten werden. Dabei wird zwischen Informationen, die das gesamte Unternehmen betreffen und lokalen Informationen unterschieden. Die Smartphone App berücksichtigt dann sowohl die globalen als auch die jeweils lokal gültigen Daten.

Bei SAP haben wir einen ersten Prototyp in unseren Geschäftsstellen Walldorf und Israel im Einsatz und die ersten Erfahrungen sind durchaus positiv, so dass der globale Roll-out kurz bevor steht. Security "goes Mobile". Es sind sicherlich noch weitere Anwendungsszenarien denkbar. Wir wäre es mit aktuellen Phishing Warnungen auf das mobile Gerät? Oder Reisewarnungen? Oder eine simple Abfrage wie: "Geht es dir gut?" wenn sich der Dienstreisende länger nicht gemeldet hat. Vielleicht haben Sie ja auch Ideen. Lassen sie es uns wissen. Die Diskussion ist eröffnet…