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Mobilcom schafft operative Ertragswende

08.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Mobilcom AG ist im Geschäftsjahr 2003 in die Gewinnzone zurückgekehrt: Nach vorläufigen Berechnungen erzielte der Vermarkter von Mobilfunkverträgen einen Nettogewinn von 160,4 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Unternehmen aus Büdelsdorf wegen hoher Abschreibungen auf sein geplatztes UMTS-Abenteuer einen Nettoverlust von 3,4 Milliarden Euro ausgewiesen.

Erreicht wurde der Turnaround nach Konzernangaben durch einen verbesserten Rohertrag, den erfolgreichen Abschluss der Restrukturierung und damit verbundene drastische Kostensenkungen. Daneben profitierte Mobilcom von einem Veräußerungsgewinn in Höhe von 145 Millionen Euro aus der Platzierung von 3,75 Millionen Aktien der Tochtergesellschaft Freenet.de AG. Aber auch im operativen Geschäft gelang dem Unternehmen die Ertragswende: Die Verkaufserlöse sowie die Ergebnisbeiträge der inzwischen aufgegebenen UMTS-Aktivitäten nicht eingerechnet, erwirtschaftete der Service-Provider einen Gewinn von 22,3 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit) – verglichen mit einem Ebit-Verlust von 372,9 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz ging im Jahresvergleich von zwei Milliarden auf 1,84 Milliarden Euro zurück. Die endgültigen Zahlen will Mobilcom am 16. März vorlegen.

War das Unternehmen vor knapp anderthalb Jahren noch knapp an der Insolvenz vorbei geschrammt, verfügte es inzwischen wieder über gut gefüllte Kriegskasse. Presseberichten zufolge betragen die liquiden Mittel zirka 250 Millionen Euro. Obwohl Mobilcom-Chef Thorsten Grenz davon nur einen kleinen Teil für das organische Wachstum einsetzen will, hegt das Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit keine Übernahmepläne. Die Zahl der Zukaufsmöglichkeiten zu vernünftigen Preisen sei begrenzt, so Grenz. (mb)