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Mobilcom rüstet sich gegen feindliche Übernahme

11.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Mobilfunkunternehmen Mobilcom will sich mit neuen Großinvestoren gegen eine mögliche Übernahme durch France Télécom wappnen. Einer Meldung der "Financial Times Deutschland" zufolge hat neben einem unbekannten Investor, der fünf Prozent der Mobilcom-Anteile besitzt, auch der New Yorker Kapitalgeber Guy Wyser-Pratte 1,1 Prozent an dem TK-Unternehmen erworben. Der Chef und Gründer der gleichnamigen Investment-Beratungsfirma erklärte: "Wir wollen verhindern, dass die Kleinaktionäre des Unternehmens ein Übernahmeangebot auf dem derzeitigen niedrigen Kursniveau akzeptieren."

Mobilcom hatte France Télécom im Frühjahr 2000 als Investor für den Aufbau seines UMTS-Netzes gewonnen. Der französische Ex-Staatsmonopolist France Telecom beteiligte sich mit 28,5 Prozent, um auf diesem Weg in den deutschen Markt einzusteigen. Damals wurde die Aktie mit 199 Euro gehandelt, die Marktkapitalisierung des im Nemax-50 gelisteten Unternehmens betrug 7,7 Milliarden Euro. Heute ist Mobilcom nur noch knapp über 1,5 Milliarden Euro wert, der Kurs liegt derzeit bei 26 Euro - trotz einer derzeitigen Verschuldung von 65 Milliarden Euro ein Schnäppchen für die Franzosen. Um den TK-Konzern daran zu hindern, große Aktienpakete zum aktuell niedrigen Kurs zu kaufen, versucht Mobilcom-Chef Gerhard Schmid nun, mit Hilfe von Investoren selbst Mehrheitseigner zu werden. Zur Zeit hält Schmid 42 Prozent der Aktien.