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Mobilcom beginnt mit den Aufräumarbeiten

20.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Betriebsrat und Unternehmensleitung des angeschlagenen Mobilfunkherstellers Mobilcom einigten sich Montagnacht auf einen Sozialplan für 1850 der insgesamt 5000 Mitarbeiter. Beschäftigte des Mobilcom-Call-Centers in Kiel sollen Presseberichten zufolge am gleichen Ort von einer Tochtergesellschaft der Mobilcom-Internet-Tochter Freenet.de weiterbeschäftigt werden. Durch diese und andere Maßnahmen reduziere sich die Zahl der gestrichenen Stellen auf weniger als 1800, erklärte ein IG-Metall -Sprecher. Die bayerischen Standorte Hallbergmoos und Karlstein werden geschlossen.

Damit Mobilcom noch die sechswöchige Kündigungsfrist bis zum Quartal einhalten kann, seien gestern die ersten Mitarbeiter entlassen wurden. Für Abfindungen stellt Mobilcom laut Pressemeldungen 19,2 Millionen Euro zur Verfügung, zwei Millionen Euro mehr als bisher.

Der Sozialplan ist Teil eines Sanierungskonzeptes, von dem sich Mobilcom eine Finanzspritze von 110 Millionen Euro von mehreren Banken erhofft. Der Kredit gehört zum Rettungspaket von France Télécom, der Bundesregierung und den Banken. Der französische Staatskonzern hat allerdings die Vereinbarungen zur endgültigen Rettung Mobilcoms noch nicht unterschrieben.

Inzwischen wurde bekannt, dass Joachim Dreyer, Aufsichtsratsmitglied beim Mobilfunk-Konkurrenten Debitel, ins Aufsichtsgremium von Mobilcom wechselt. Dreyer wolle mit dieser Entscheidung einen Interessenkonflikt vermeiden, teilte Debitel mit. Der frühere Chef des Anbieters sollte auf Wunsch des Mobilcom-Gründers Gerhard Schmid als Treuhänder für dessen Aktienpaket agieren. (km)