IT-Gipfel

Mittelstand will mehr Unterstützung

13.11.2012
Der Bundesverband IT Mittelstand (BITMi) sieht kleine und mittelgroße IT-Anbieter in Deutschland für den globalen Wettbewerb gerüstet, wenn die Politik die Rahmenbedingungen verbessert.
BITMi-Präsident Oliver Grün: "85 Prozent aller IT-Ausbildungsplätze werden durch mittelständische IT-Unternehmen gestellt."
BITMi-Präsident Oliver Grün: "85 Prozent aller IT-Ausbildungsplätze werden durch mittelständische IT-Unternehmen gestellt."
Foto: Simon Hülsbömer

Bessere Finanzierungsmöglichkeiten, deutlichere Betonung der Marke "Made in Germany", Investitionen in die duale Hochschulausbildung und Bürokratieabbau - das sind die wesentlichen Forderungen an die Politik, die der BITMi im Rahmen eines Experten-Workshop auf dem IT-Gipfel aufgestellt hat. Werden sie erfüllt, könnte der deutschen IT-Mittelstand den Standort Deutschland im globale Wettbewerb nach vorn bringen.

Derzeit wird die Bedeutung der hiesigen mittelständischen IT-Hersteller oft unterschätzt, dabei ist der IT-Mittelstand "mit knapp der Hälfte des in Deutschland erwirtschafteten IT-Umsatzes ein bedeutsamer und produktiver Wirtschaftsfaktor, der für Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand am IT-Standort Deutschland sorgt", betonte Oliver Grün, Präsident des BITMi. "Nicht nur die Mehrzahl der Arbeitsplätze, sondern auch etwa 85 Prozent aller IT-Ausbildungsplätze werden durch mittelständische IT-Unternehmen gestellt."

Würde der IT-Mittelstand besser unterstützt, könnte sich der Standort Deutschland besser im internationalen Wettbewerb behaupten. Laut einer Untersuchung von TNS Infratest konnte sich Deutschland im Vergleich zu den anderen 15 untersuchten Nationen nicht verbessern und belegt nach wie vor Rang sechs. In den Jahren 2008 bis 2010 belegte die Bundesrepublik noch Platz sieben. "Wir treten auf der Stelle im internationalen Vergleich, weil viele Maßnahmen auf Großkonzernstrukturen ausgerichtet sind und zu wenig beim IT-Mittelstand ankommt, obwohl sich gerade in der Internationalisierung erhebliche Chancen für den Mittelstand und den Standort Deutschland bieten", bemängelte der BITMI-Präsident.

Ein starker IT-Mittelstand würde dem gesamten IT-Standort Deutschland nützen, dazu wären laut Experten-Workshop folgende Maßnahmen erforderlich:

"Made in Germany"

Hilfreich wäre die aktive Nutzung der Marke "Made in Germany". Zudem könnte der Ausbau vorhandener der Cluster und Netzwerke den mittelständischen Unternehmen einen Zugang zu Kapital, Know-how und Kontakte verschaffen. Insbesondere geht es um eine einfachere Finanzierung von Vorhaben.

Bürokratieabbau

Wichtig ist zudem, das Unternehmertum in Deutschland zu stärken. Dadurch entstehen neue Arbeitgeber und Arbeitsplätze. Bürokratieabbau ist daher ein weiteres wichtiges Handlungsfeld - möglicherweise auch unter stärkerer Zusammenarbeit der betroffenen Institutionen. Insbesondere das Cloud Computing biete KMUs enorme Entwicklungschancen, betont der BITMi.

Fachkräftemangel

Um den IT-Fachkräftemangel zu beheben, sind eine Stärkung der dualen Hochschulausbildung und die Beseitigung von Bildungsbarrieren erforderlich. (jha)

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