IHK kooperiert beim Online-Learning mit Netg

Mittelstand soll in den Genuß bezahlbarer Kurse kommen

17.12.1999
MÜNCHEN (CW) - Die IHK Oberfranken mit Sitz in Bayreuth startet unter www.ihk-lernen.de ein Online-Bildungsangebot für mittelständische Unternehmen. Zusammen mit dem Bildungsanbieter Netg entwickelte die Kammer ein Curriculum mit insgesamt 150 Kursen.

"Wir haben uns für Netg als Kooperationspartner entschieden", so Thomas Skowronek, Abteilungsleiter im Weiterbildungsbereich der IHK in Bayreuth, "weil wir das Kursmaterial individuell an die Wünsche unserer Kunden anpassen können." Besonders stolz ist Skowronek auf die Vorreiterrolle der Bayreuther IHK, die ehemals im strukturschwachen Grenzgebiet lag und jetzt beim Online-Lernen die Nase vorne hat.

Die größte Kundengruppe stellen vor allem kleinere und mittlere Unternehmen, die ihre Mitarbeiter arbeitsplatznah und kostengünstig schulen möchten. Allerdings können auch bildungswillige Privatpersonen oder IT-Spezialisten die Angebote buchen. Die Kursinhalte kommen auf verschiedenen Wegen zu den Lernenden.

Für Leute ohne eigene PC-Infrastruktur bildet das Selbstlernzentrum in den IHK-Bildungszentren eine gute Möglichkeit, sich fortzubilden. Die echte Online-Variante ist momentan wegen der Übertragungskosten für viele Interessenten zu teuer. Deshalb steht für gebuchte und bezahlte Kurse eine Download-Funktion zur Verfügung. Als dritte Möglichkeit bietet die Kammer einen Firmenservice, der neben Online-Lernen und Download eine Intranet-Schulung ermöglicht. Eine eigene Intranet-Lösung bietet sich für größere Mittelständler an, die mehrere Mitarbeiter gleichzeitig schulen möchten und dafür eine Firmenlizenz erwerben.

Für IHK-Mitglieder ist die ortsunabhängige Lernumgebung ein wichtiger Faktor. "In kleinen und mittleren Unternehmen gibt es oft nur einen DV-Verantwortlichen, der nicht tagelang zu einer Fortbildung fahren kann, da sonst der ganze Laden zusammenbricht", so Skowronek. Außerdem fürchten viele Firmenleiter, die qualifizierten Mitarbeiter würden gleich bei der Fortbildung abgeworben.

Online-Teilnehmer lernen in der FreizeitFür den Bereich Oberfranken bedeutet die dezentrale Schulung im Unternehmen für viele Mitarbeiter eine erhebliche Zeitersparnis. Dafür investieren die Lernwilligen einen Teil ihrer Freizeit, wenn sie das Firmenlernnetz nutzen können. Lernen am Arbeitsplatz und in der Freizeit ergänzen sich in den meisten Fällen, erklärt der IHK-Berater.

Die Kammern begnügen sich aber nicht mit der Vermittlung von Grundkenntnissen in Standard-Anwenderprogrammen wie Word, Excel oder Powerpoint, sondern gehen dazu über, auch Zertifizierungsprogramme in ihr Angebot aufzunehmen, etwa die Zertifizierung für den MCSE (Microsoft Certified Systems Engineer) und den Microsoft Certified Solution Developer (MCSD).

Zu Beginn des Online-Lernprogramms steht ein Eingangstest, um die einzelnen Module individuell auf den Lernenden abzustimmen. Während der Lernphasen steht den Teilnehmern ein Lernberater in Form eines virtuellen Tutors für Fragen zur Verfügung. In manchen Seminaren beantwortet der Tutor zeitgleich Fragen und gibt Hilfestellung. In anderen Kursen ist er über E-Mail erreichbar. "Im Standardpaket sichern wir eine Antwortzeit von acht Stunden zu", so Skowronek, "unser Ziel ist es, während der Arbeitszeit innerhalb von zwei bis vier Stunden zu antworten".