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Mitsubishi Electric sucht Mobilfunkpartner in Europa

17.09.2001

Nach einem drastischen Rückgang der Verkaufszahlen für Handys in Europa sucht Mitsubishi Electric offenbar nach einem europäischen Partner in der Mobilfunkbranche. Der Konzern senkte am Freitag seine Erwartungen für den Nettogewinn im Geschäftsjahr 2001/02 (Ende: 31. März 2002) um 97 Prozent: Statt der bislang erhofften 642 Millionen Dollar rechnet Mitsubishi Electric nun mit einem Nettoprofit von 16,5 Millionen Dollar. Der Reingewinn soll dabei in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres nahezu gegen Null tendieren. Im vergangenen Geschäftsjahr wies das Unternehmen noch einen Nettoprofit von rund einer Milliarde Dollar aus. Außerdem schraubte der Konzern seine Prognosen für den Gesamtumsatz um 9,3 Prozent auf 32,5 Milliarden Dollar zurück.

Die Japaner hatten zunächst erwartet, weltweit 28,2 Millionen Handys zu verkaufen, die Hälfte davon in Europa. Jetzt rechnet Mitsubishi mit insgesamt 18,5 Millionen abgesetzten Mobiltelefonen, davon sollen 8,5 Millionen in Europa über den Ladentisch gehen. Experten erwarten jetzt, dass der Konzern die Partnerschaft mit einem Unternehmen wie Philips oder Siemens sucht, um auf dem Kontinent wieder Fuß zu fassen. Noriya Nishi, Analyst bei der Credit Suisse First in Boston, meint etwa, ohne Partner sei Mitsubishis Handy-Geschäft in Europa nicht überlebensfähig.

In den USA will Mitsubishi Electric nach sechsjährigen Bemühungen ab Ende März 2002 seine Wireless-Abteilung Mitsubishi Wireless Communications (MWC) schließen und keine Handys mehr anbieten. Statt dessen plant der Konzern, sich auf andere Märkte wie Asien und Europa konzentrieren. Mitsubishi Electric will für das erste Halbjahr (Ende: 30.September) knapp 600 Millionen Dollar als Restrukturierungskosten für Mobilfunk-Aktivitäten in Übersee abschreiben. Außerdem plant der Konzern, bis zum Ende des Fiskaljahres 1000 Mitarbeiter im Halbleiterbereich zu entlassen und die einschlägigen Investitionen um 18 Prozent von rund 1,4 Milliarden auf 1,2 Milliarden Dollar zurückzufahren.