Die große Chance heißt Prozessintegration

Mitarbeiterportale setzen sich durch

26.02.2004
Von Gabi Müller
MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sie sollen unternehmerische Anforderungen berücksichtigen, Prozesse vereinfachen und dadurch Kosten sparen, aber auch die Bedürfnisse der Mitarbeiter nicht außer Acht lassen sowie hohe Sicherheitsstandards erfüllen: Mitarbeiterportale müssen die Quadratur des Kreises schaffen.

Ob BASF, Daimler-Chrysler, Deutsche Bank, Lufthansa, Deutsche Bahn, RWE oder Volkswagen: Die meisten großen Unternehmen haben ein Mitarbeiterportal oder sind auf dem besten Weg dahin. 85 Prozent der global agierenden Konzerne arbeiten laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Meta Group an der Einführung von Mitarbeiterportalen, weil sie sich davon Wettbewerbsvorteile erhoffen.

Aber nicht nur die Großen sind aktiv. Auch die Mittelständler investieren in dieses Thema, wie eine Befragung durch das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart ergab. Danach hatten im Jahr 2003 in den Branche Maschinen- und Anlagenbau und Elektrotechnik bereits 37,5 Prozent der Betriebe mit mehr als 200 Beschäftigten ein Mitarbeiterportal im Einsatz. Weitere 17,9 Prozent planten es konkret, und 23,2 Prozent dachten darüber nach.

Portale sind definitiv mehr als nur eine Modeerscheinung. Die immer wieder aufgeführten Argumente wie Kostensenkungen, verkürzte Bearbeitungszeiten und erhöhte Produktivität durch schnellere Abstimmung werden nicht mehr in Frage gestellt, so zeigten diverse Beiträge auf einer Veranstaltung von Marcus Evans mit dem Titel ""B2E Portal Integration Strategies". Demnach diskutieren Unternehmen im Augenblick eher die Frage, welche zusätzlichen Anwendungsmöglichkeiten Portale bieten und wie sie sich in eine bestehende IT-Infrastruktur integrieren lassen.

"Dazu gibt es keine Patentlösungen", fasst Bernd Hoeck, Managing Director Enterprise Portals beim Dienstleister GFT Technologies AG, zusammen. "Firmen sind gut beraten, ihre internen Prozesse genau zu prüfen und zu überlegen, welche sich eignen, als erste in eine Portalanwendung integriert zu werden", sagt Hoeck mit Blick auf die unvermeidliche Frage nach der Rentabilität.

Der Berater plädiert dafür, Kosten und Nutzen zunächst für einzelne Portalfunktionen und nicht für das große Ganze zu berechnen. Denn der Weg zu einer effizienten Lösung ist lang und mit teilweise unerwarteten Schwierigkeiten verbunden. Die Erfahrung hat auch Stefan B lasz, Referent interne Kommunikation der RWE AG, gemacht: "Der Unternehmensumbau im vergangenen Jahr und die Neustrukturierung der einzelnen Leitgesellschaften im Konzern haben uns vor große Veränderungen und Anforderungen gestellt, die wir in unserem Portal berücksichtigen mussten."

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