Unternehmenskultur

Mitarbeiter binden - mit Geld und gutem Klima

Alexandra Mesmer
Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 14 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie schreibt, redigiert, organisiert, moderiert und kümmert sich um die Online-Rubriken Karriere & Gehalt, Freiberufler, Young Professional und den Karriere-Ratgeber sowie den Karriere- und Freiberufler-Newsletter.
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Gute Beschäftigte zu halten ist für Personalverantwortliche eine der wichtigsten Aufgaben in diesem Jahr. Als Instrumente eignen sich laut einer Studie das Betriebsklima, das Gehalt und das Image des Unternehmens.
Ein gutes Betriebsklima ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um Mitarbeiter langfristig zu halten.
Ein gutes Betriebsklima ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um Mitarbeiter langfristig zu halten.
Foto: Andrey_Popov shutterstock

Eine intakte Unternehmenskultur ist aus der Sicht von Personalverantwortlichen von größter Bedeutung. Das geht aus dem HR-Report 2012/2013 hervor, den das Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) im Auftrag des Personaldienstleisters Hays AG erstellte. Die befragten 700 Entscheider beschäftigen sich vor allem damit, eine nachhaltige Unternehmenskultur zu fördern und die Mitarbeiter zu binden. Beide Themen sind eng miteinander verknüpft, schließlich gilt ein gutes Betriebsklima als wichtigste Voraussetzung, damit die Beschäftigten den Verlockungen der Konkurrenz standhalten und treu bleiben. Neben solchen weichen Faktoren spielen marktgerechte Gehälter eine wichtige Rolle - sogar eine bedeutendere als noch im Vorjahr. Ein gutes Gehalt ist für die Entscheider das zweitwichtigste Bindungsinstrument. Platz drei belegt wie im Vorjahr die Reputation des Arbeitgebers.

Jobsicherheit ist für alle Generationen wichtig

Wunsch und Wirklichkeit bezu¨glich der Instrumente zur Mitarbeiterbindung klaffen weit auseinander.
Wunsch und Wirklichkeit bezu¨glich der Instrumente zur Mitarbeiterbindung klaffen weit auseinander.

Die Maßnahmen, die Personaler als wichtig für die Mitarbeiterbindung ansehen, decken sich durchaus nicht immer mit denjenigen, die in den Unternehmen umgesetzt werden. So zeigte die Befragung, dass Firmen mehrheitlich auf eine betriebliche Altersversorgung, flexible Arbeitszeitmodelle, ein gutes Betriebsklima und eine marktgerechte Entlohnung bauen (siehe Grafik). Nur etwas mehr als jedes zweite Unternehmen setzt sich offensiv mit seinem Ruf als Arbeitgeber auseinander. Mitarbeitern gezielt Karriereperspektiven zu eröffnen, ist nur 53 Prozent der Befragten ein Anliegen. Karriereperspektiven und Förderprogramme halten die Personaler für geeignet, um die jüngere Generation ans Haus zu binden. Ältere Mitarbeiter sprechen sie dagegen mit Sozialleistungen und Gesundheitsförderung an.

IBE-Direktorin und Studienautorin Jutta Rump weist aber darauf hin, dass jüngere Mitarbeiter die Attraktivität eines Arbeitgebers nicht primär an Gehalt und Karriereperspektiven festmachen: "Vielmehr zeigt sich bei ihnen der Wunsch, persönliche Ziele und Wertvorstellungen zu verwirklichen sowie private und berufliche Belange über ein verlängertes Erwerbsleben in Balance zu halten." Ebenso wie ihre älteren Kollegen streben auch Jüngere nach einem sicheren Job, wenngleich sie dafür nicht alles in Kauf nehmen. Vor allem Hochqualifizierte orientieren sich neu, wenn sie der Arbeitgeber enttäuscht.

Recruiting nimmt ab

Obwohl 60 Prozent der Personaler den Fachkräftemangel als Problem ansehen, zählt nur jeder vierte Recruting zu seinen dringlichsten Aufgaben. 2011 war die Personalsuche noch für 33 Prozent einer der drei wichtigsten Punkte. Insgesamt suchen zwei Drittel der Firmen nach neuen Mitarbeitern: Nach Vertriebsprofis gehören die IT-Experten zu den am häufigsten nachgefragten Kräften; insbesondere Dienstleister und der öffentliche Sektor schreiben viele IT-Stellen aus.

Fündig werden Arbeitgeber vor allem durch Anzeigen in Jobportalen oder durch Empfehlungen ihrer Mitarbeiter. Auch die eigene Website und Stellenanzeigen in Print-Medien bleiben wichtige Rekrutierungsmethoden. Social-Media-Plattformen wie Xing, Facebook und Co. nutzen hingegen nur 35 Prozent der Befragten, um Bewerber auf sich aufmerksam zu machen.

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