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Community-Banking

Mit Twitter und Co. Vertrauen schaffen

06.07.2009
Ima Buxton arbeitet als freie Redakteurin in München. Sie schreibt schwerpunktmäßig zu Strategie- und Trendthemen.
Mit ihrem innovativen Konzept des Community-Banking will die Fidor Bank AG Transparenz und neues Vertrauen im Bankenwesen schaffen. Twitter, Facebook und Co. sollen dabei helfen.
Matthias Kröner will mit Community-Banking das Finanzwesen revolutionieren.
Matthias Kröner will mit Community-Banking das Finanzwesen revolutionieren.

Eine Bank, bei der die Kunden Kreditkonditionen mitbestimmen, bestehende Produkte bewerten und neue vorschlagen können oder sogar sollen - das alles hört sich zunächst wenig nach klassischem Bankgeschäft an. Es soll aber, jedenfalls nach dem Willen von Matthias Kröner, das Bankkonzept der Zukunft darstellen. Community-Banking nennt der Vorstand der Fidor Bank AG seine Vorstellung von einem modernen Geldinstitut, oder auch Mitmach-Bank. Dabei geht es in den Worten von Kröner um ein "kundenzentriertes, transparentes Finanzdiensteistungswesen, das von einer aktiven Web-Community getragen wird".

Paradigmenwechsel im Bankenwesen

Um einen solchen Anspruch zu realisieren, reicht es nach Kröner nicht, eine traditionelle Bank umzustrukturieren. Vielmehr steht ein Paradigmenwechsel im Bankenwesen an, der aus einem neuen Selbstverständnis von Banken und Kunden erwächst. "Die Finanzkrise hat die Kundenbeziehungen schwer belastet, außerdem ist die Komplexität im Finanzgeschäft stark angestiegen", so Kröner. "Kunden müssen sich daher künftig verstärkt selbst um ihre Geldanlage kümmern, während die Banken den Kunden wieder in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen stellen müssen."

Kröners Wortwahl reflektiert ein Wording, das stark an die zweite Web-Generation, das so genannte Web 2.0 oder Mitmach-Web erinnert. Und das ist kein Zufall. Für den Bank-Manager ist Community-Banking ganz eng mit dem Web 2.0 verknüpft. Das Internet als extrem schnelles und direktes Informations- und Kommunikationsmedium erlaubt, so Kröner, "eine Transparenz von Produkten und Prozessen, wie sie für Privatpersonen bislang kaum nachvollziehbar war". Über das Netz können User sich gegenseitig bei Finanzentscheidungen helfen und unterstützen. Und Kröner ist davon überzeugt, dass sie das teilweise besser, jedenfalls unabhängiger machen als manch klassischer Bankberater.

Für kniffligere Fragen soll es dann aber doch Berater geben. Wenn auch nicht solche, die in das herkömmliche Provisionssystem eingebunden sind. Auf der Community-Plattform www.gemege.de der Fidor Bank AG können Berater quer durch die Branche Produkt- und Anlagetipps abgeben. Ein Ranking auf Basis eines Kriterienkataloges gibt den Usern Anhaltspunkte für die Qualität der Beratungsleistung. Die User-Daten sind soweit anonymisiert, dass Berater nicht unerwünscht mit dem Kunden in Kontakt treten können. Rund 9.000 Mitglieder und 900 Finanzexperten stehen aktuell auf gemege.de in Kontakt. In Kürze ist ein Relaunch geplant, der die Einbindung der Plattform in die eigentliche Banking-Site der Fidor AG www.ficoba.de vorsieht.

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