Mit Syntegration zu höherem Wachstum

Jürgen Mauerer betreibt als freier Journalist ein Redaktionsbüro in München.
Die Münchner Beck et al. Projects GmbH hat nach einer Syntegration ihr Profil nach außen geschärft, das Leistungsangebot gestrafft und höheres Wachstum erzielt.

Als Volker Maiborn, Gründer und Geschäftsführer der Beck et al. Projects GmbH in München, vor knapp zwei Jahren einen Vortrag des Malik Management Zentrums St. Gallen zum Thema Syntegration hörte, dachte er sich: "Das ist eine interessante Methode, die sich auch bei uns oder unseren Kunden einsetzen lässt."

Syntegration

Anfang der 90er Jahre entwickelte Professor Stafford Beer diese Management-Methode. Syntegration ist ein nach kybernetischen Grundsätzen strukturierter Prozess zur Entscheidungs- und Konsensfindung, der den Austausch von Informationen und die Integration unterschiedlicher Sichtweisen wirksam macht. Bis zu 42 Teilnehmer lassen sich "synergetisch integrieren". Syntegration ist vor allem bei komplexen Aufgaben sinnvoll, beispielsweise strategische Planung, Start großer Projekte, Change-Management oder Integration nach einer Fusion.

Die Syntegrations-Veranstaltungen dauern zwei bis drei Tage. Die Teilnehmer sind Schlüsselpersonen, die für die Lösung des Problems und deren Umsetzung wichtig sind. Um das Wissen aller Beteiligten zu vernetzen und unterschiedliche Sichtweisen in eine Lösung zu integrieren, wird eine dreidimensionale Kommunikationsstruktur angewandt. Die Teilnehmer gliedern eine Eröffnungsfrage in bis zu zwölf Themen, die dann in Kleingruppen in drei Durchläufen (Istzustand, Idealzustand, Maßnahmen) diskutiert werden. Jeder Teilnehmer ist in bis zu acht Themen als Mitglied, Kritiker und Beobachter direkt involviert.

Das Münchner Beratungshaus Beck et al. lud interne Mitarbeiter und Externe ein, um in einem zweitägigen Syntegrations-Workshop über die Zukunft des Unternehmens zu diskutieren.
Das Münchner Beratungshaus Beck et al. lud interne Mitarbeiter und Externe ein, um in einem zweitägigen Syntegrations-Workshop über die Zukunft des Unternehmens zu diskutieren.

Die Beck et al. Projects GmbH mit ihren gut 40 Mitarbeitern ist Teil der Beck et al.-Gruppe, zu der noch die Beck et al. Services GmbH gehört. Das Unternehmen entwickelt und betreut maßgeschneiderte Softwaresysteme für Kunden aus Industrie, Dienstleistung und Handel. Neben der Softwareentwicklung sind die Mitarbeiter auch als IT-Berater sowie in der Planung von IT-Projekten tätig und übernehmen für ihre Kunden Application-Management-Aufgaben. Laut Maiborn weist sein Unternehmen seit vielen Jahren ein stabiles Wachstum auf, allerdings ohne große Ausreißer nach oben und unten.

Das wollte man ändern: Schnelleres Wachstum war das Ziel. Die Münchner stellten ihre Strategie auf den Prüfstand. Dies sollte aber nicht im stillen Kämmerlein geschehen, sondern in einem größeren Kreis, um andere Perspektiven zu berücksichtigen. Eine Syntegration bot sich also an. "Die Syntegration ist als methodischer Ansatz gut geeignet, wenn man mit vielen Leuten in einer heterogenen Gruppe in kurzer Zeit einen Konsens erreichen will", begründet der Firmenchef die Entscheidung.