Mit Solaris 10 tritt Sun gegen Linux an

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Suns neues Betriebssystem soll dafür sorgen, dass der Hersteller nicht noch mehr Marktanteile an Linux und billige x86-Server verliert.

Am 15. November will Sun die Version 10 seines Betriebssystems "Solaris" freigeben. Doch der Hersteller bringt nicht einfach nur ein Update auf den Markt. Die Solaris-Version muss sowohl auf der Sparc- als auch auf der x86-Architektur ein Erfolg werden. Timothy Morgan vom Brancheninformationsdienst "Computerwire" nannte Solaris 10 gar die bedeutendste Ankündigung des Unternehmens seit der Firmengründung 1982.

Alternative zu Linux

Überlebenswichtig ist Solaris 10 für Sun aus mehreren Gründen, vor allem aber wegen der Konkurrenz mit Linux. So preist das Unternehmen das neue Betriebssystem als Alternative zur quelloffenen Systemsoftware an, deren Erfolg den kalifornischen Computerbauer Marktanteile gekostet hat. Viele Kunden hatten ihren Rechnerbedarf in letzter Zeit mit kostengünsti-gen x86-basierenden Maschinen von Konkurrenten wie Dell und IBM gedeckt und betreiben sie unter Linux oder Windows, statt mit Sparc- oder x86-Prozessoren bestückte Sun-Maschinen zu ordern. Solaris 10 soll nun verlorenes Terrain zurückerobern.In diese Richtung zielt auch die Open-Source-Initiative "Open Solaris". Damit möchte Sun vor allem Softwarehäuser ermuntern, Applikationen und Middleware auf Solaris-Basis zu schreiben. Entwicklern wäre es auch gestattet, den Quellcode an IBMs "Power"-Prozessoren anzupassen. Für Euphorie besteht jedoch kein Anlass, denn zu den Details der eigenen Open-Source-Lizenzbestimmungen hält sich das Unternehmen noch bedeckt.