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Mit Software Assurance oft teurer als ohne

17.05.2004
Eine aktuelle Studie von Jupiter Research zeigt auf, dass Anwender mit Microsofts "Software Assurance" oft mehr Geld zahlen als ohne. Außerdem ist das Programm offenbar noch unpopulärer als gedacht.

Eine aktuelle Studie von Jupiter Research zeigt auf, dass Anwender mit Microsofts Lizenzoption "Software Assurance" oft mehr Geld zahlen als ohne. Außerdem ist das Programm offenbar noch unpopulärer als gedacht.

Mehr als die Hälfte der Großunternehmen (53 Prozent) und zwei Fünftel der kleinen und mittleren Anwender zahlen demnach für Microsofts Software mit Software Assurance mehr, als sie ohne die Update-Garantie hingeblättert hätten. Nur zwei Prozent der großen Firmen und acht Prozent der SMB-Kunden (Small and medium business) geben Einsparungen an.

Microsoft hält sich bis dato bedeckt, wie viele seiner Kunden tatsächlich einen Software-Assurance-Vertrag abgeschlossen haben. Laut Jupiter sind es nur 16 Prozent, die entweder SA oder dessen Vorgänger Upgrade Advantage (UA) nutzen.

Die Marktforscher hatten für ihre Untersuchung von Microsofts Lizenzgeschäft und installierter Basis 619 IT-Entscheider in großen Firmen sowie KMU (kleinen und mittleren Unternehmen) befragt. Dabei stellte sich auch heraus, dass 31 Prozent der großen Organisationen - diese setzt Jupiter ab 50 Millionen Dollar Jahresumsatz an - überhaupt keinen Volumenlizenzvertrag nutzen, bei den kleineren Firmen sind es Dreiviertel.

Das lässt darauf schließen, dass Microsoft mit seinem Volumen- und Upgrade-Geschäft gravierende Probleme hat. Software Assurance ist weiterhin unpopulär, obwohl der Redmonder Konzern versucht, das Programm durch Schulungen, Heimnutzungsrechte und andere Zusatzangebote attraktiver zu gestalten. Finanzchef John Connors erklärte unlängst vor Wall-Street-Analysten, Microsoft erwarte, dass nur zehn bis 30 Prozent früherer UA-Kunden ihre SA-Verträge erneuern würden.

Jupiters Senior Analyst Joe Wilcox kommt jedenfalls zu dem Schluss, dass Software Assurance und die übrigen mit "Licensing 6.0" im Jahr 2002 eingeführten Änderungen aus der Perspektive der Kunden versagt haben: "Man kann den Kuchen süßer machen, aber wollen Kunden diese Versüßung? Firmen geht es vor allem um die Kosten." Kleine und mittlere Unternehmen kauften bei Upgrades am liebsten "aus dem Regal", so der Jupiter-Mann. Größere Anwender hingegen beschafften neue Versionen dann - und nur dann - wenn sie wollten, statt einen Vertrag wie SA abzuschließen, das gegen Vorkasse lediglich die Aussicht auf ein Upgrade biete.

Wilcox zufolge ist Microsofts installierte Basis stark fragmentiert. 40 Prozent der großen Anwender arbeiten laut Jupiter noch mit Windows NT und 72 Prozent mit Windows 2000, immerhin 61 Prozent haben auch schon Windows XP im Einsatz. Auf der Anwendungsseite setzen 32 Prozent der Großkunden immer noch Office 97 ein. Microsoft sei "sein größter Konkurrent", so der Experte. Der Konzern ist auf Upgrades angewiesen, um das Geschäftspotenzial einer Kundenbasis auszuschöpfen, bei der veraltete Versionen von Windows und Anwendungen dominieren. Nur wenn es diese Anwender weiter vom Aufstieg auf aktuellere Pakete überzeugen kann, funktioniert sein Geschäftsmodell wie bisher. (tc)