Was CIOs akut beschäftigt

Mit Perspektive durch die Krise

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Als Banken-CIO leiden Sie unter Budgetbeschränkungen und steigenden regulatorischen Anforderungen. Wie gehen Sie damit um?
Achim Grögeder, Fortis
Achim Grögeder, Fortis
Foto: Jo Wendler

Die Finanzkrise ist natürlich nicht spurlos an uns vorübergegangen. Dank eines ausgeprägten Risiko-Management konnten wir jedoch Exzesse verhindern. Ich halte aber auch wenig davon, sich nur auf kurzfristige Einsparungen zu fixieren. Unser TCO-Ansatz geht über drei bis fünf Jahre. Und wer auf allen Ebenen spart, also auch in den Prozessen, kann die Kosten nachhaltig reduzieren.

Voraussetzung ist allerdings, dass die IT das Business befähigt, neue Wege zu gehen. So haben wir Ende letzten Jahres ein Flexibilisierungsprogramm auf SOA-Basis aufgelegt, um die teilweise veralteten Anwendungen und IT-Services zu modernisieren und so die Bereitstellungszeiten und -kosten für neue Produkte und Geschäftsprozesse zu reduzieren. Unser primäres Ziel war es, das Business in die Lage zu versetzen, die eigenen Prozesse eigenverantwortlich zu managen.

Ein Beispiel hierfür ist die Aktualisierung des Finanzmaklerportals: Um für den Kreditvergabeprozess mehr Transparenz und Usability zu erreichen und die Total Cost of Ownership zu senken, haben wir ein Software-Upgrade implementiert, die IT-Infrastruktur ausgebaut und die Geschäftsprozesse komplett umgekrempelt: Bislang hatte jede Änderung an den Kreditvergaberegeln einen Programmierauftrag an die IT zur Folge. Heute werden die Regelwerke in einer dedizierten Business-Rule-Engine modelliert. Dadurch können die Fachbereiche die Änderungen selbst vornehmen. Auf diese Weise sind sie in der Lage schneller zu reagieren und die IT-Abteilung zu entlasten.

So etwas funktioniert aber nur, wenn die Fachbereiche involviert sind. So haben wir einen Business Information Manager, der die Geschäftsseite vertritt und sich eng mit der IT abstimmt. (Mai 2009)