Kleine Helfer

Mit Live Mesh sind Daten und Desktops überall im Zugriff

Wolfgang Miedl arbeitet Autor und Berater mit Schwerpunkt IT und Business. Daneben publiziert er auf der Website Sharepoint360.de regelmäßig rund um Microsoft SharePoint, Office und Social Collaboration.
IT-Nomaden von heute wollen überall auf ihre Daten zugreifen können. Microsoft "Live Mesh" bietet dafür eine Web-basierende Lösung.

Die Dateien, die man im Büro, im Home Office, am Netbook oder an sonstigen Geräten erzeugt, möchte man gerne jederzeit und überall verfügbar haben. Synchronisationsprogramme lösen solche Probleme nur teilweise. Microsoft hat nach vielen Sync-Anläufen das Thema inzwischen grundsätzlicher aufgegriffen und bietet mit "Live Mesh" eine interessante Mischung aus Web-Desktop, Online-Speicher, Ordner-Synchronisation und Desktop-Fernsteuerung.

Der Einstieg in Live Mesh erfolgt ganz einfach über die Website mesh.com, wo man sein Benutzerkonto unter Verwendung einer Microsoft-Live-ID einrichtet. Die ersten Schritte beginnt man auf dem Live Desktop - einem Zwitter aus Windows-artigem Desktop im Browser und einer Administrationskonsole. Auf dem Desktop lassen sich Ordner für die zentrale Datenablage und die spätere Synchronisation anlegen. Das Limit liegt bei 5 GB. Im zweiten Schritt kann man nun die Endgeräte anmelden, die auf diese Ordner Zugriff erhalten und permanent damit synchronisiert werden sollen. Zunächst installiert man dazu die Client-Komponente, indem man vom gewünschten Client aus die Seite "Devices" aufruft und dort "Add Device" wählt. Derzeit sind Clients für Windows und MacOS (in einer Vorabversion) erhältlich, Windows Mobile ist angekündigt, doch gibt es dazu bereits eine Testversion.

Die Einrichtung von Synchronisationsordnern geht überraschend einfach: Jeder Ordner, den man auf dem Mesh-Desktop anlegt, erscheint auch auf den angeschlossenen Client-Desktops in einer schattierten, vorläufigen Variante. Hier muss man nur noch die Synchronisationseinstellungen per Doppelklick konfigurieren. Bestätigt man lediglich die Voreinstellungen, bleibt der entsprechende Sync-Ordner auf dem Desktop. Andersherum kann man im Windows Explorer über das Kontextmenü jeden beliebigen Ordner mit wenigen Klicks zu einem Mesh-Ordner umwandeln.

Übrigens bildet der Mesh-Desktop Grundfunktionen des Windows Explorer im Browser ab. So werden manche Dateitypen wie Bilder direkt in der Web-Oberfläche geöffnet. Aus diesem Grund wurde Live Mesh bereits als Vorabversion für ein zukünftiges Web-Windows (Windows Azure) bezeichnet. Dank einer integrierten Benutzerverwaltung lassen sich persönliche Dateien für andere Benutzer freigeben, indem man beispielsweise Ordner für bestimmte Gruppen einrichtet.

Erwähnenswert ist auch die Remote-Desktop-Funktion, mit der man beispielsweise von einem Internet-Cafe aus auf den heimischen PC zugreifen oder per Fernsteuerung Supportaufgaben erledigen kann. Hierzu ist auf der Devices-Seite lediglich das (angemeldete) Zielgerät auszuwählen und auf "Connect" zu klicken. Derzeit ist Live Mesh noch in der Betaphase (Version 0.9), allerdings sind inzwischen alle nennenswerten Bugs beseitigt.

CW-Fazit

Dateien synchronisieren, über ein Browser-Windows überall darauf zugreifen und PCs fernwarten - Live Mesh macht‘s möglich auf Windows, Mac und Windows Mobile.