Microsoft und RSA-Chef Coviello fordern

Mit "Inventive Collaboration" gegen Cyber-Kriminelle

Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
Cyber-Kriminalität ist längst keine Sache einzelner Individuen mehr, es sind vielmehr mehrschichtige und an keinerlei Regeln und Gesetze gebundene Netzwerke, über die Angriffe heute geplant, vorbereitet und durchgeführt werden. Die Security-Hersteller sind für RSA-Chef Arthur Coviello gefordert, verstärkt zusammenzuarbeiten.
Wenn die Security-Szene bereit ist, sich im Sinne einer erfinderischen Zusammenarbeit neu aufzustellen, hat sie jetzt die Chance, das Ruder herumzureißen und "das Spiel zu gewinnen". Arthur W. Coviello, Executive Vice President RCA.
Wenn die Security-Szene bereit ist, sich im Sinne einer erfinderischen Zusammenarbeit neu aufzustellen, hat sie jetzt die Chance, das Ruder herumzureißen und "das Spiel zu gewinnen". Arthur W. Coviello, Executive Vice President RCA.

Mit diesen Worten verdeutlichte RSA-Chef Arthur Coviello auf der RSA-Conference in San Francisco die Dimension einer Bedrohungslage, die vielen IT-Verantwortlichen in den Unternehmen noch nicht gewärtig sei. Die RSA-Conference, die vom 20. bis 24. April 2009 stattfand, gilt als die weltweit größte Veranstaltung, die sich dediziert mit IT-Sicherheit beschäftigt.

Zwar fühlen sich viele Unternehmen heute gegen Angriffe aufgrund verbesserter Sicherheits-Software gewappnet, wie eine Online-Security-Umfrage zeigte. Doch das ist trügerisch. Wirksame Gegenwehr ist heute auf die Dauer nicht über die Produktsuiten einzelner Hersteller zu leisten. Coviellos Zauberwort für die Schutzschilde der Zukunft lautet "Inventive Collaboration", was übersetzt etwa "erfinderische Zusammenarbeit" bedeutet. Damit meint er die Gemeinschaft der Hersteller, die sich als solche neu definieren müsse.

Coviello sieht Security-Szene am Scheideweg

Die Notwendigkeit einer verstärkten gegenseitigen Technologieintegration leitet Coviello aus der Tatsache ab, dass Information überall fließe. Die Sicherung müsse folglich über die gesamte Infrastruktur erfolgen - und das wiederum erfordere, dass Entscheidungs- und Durchsetzungsinstanzen für Unternehmensregeln in die Infrastruktur selbst eingebunden werden müssten. Die Zusammenarbeit dürfe sich nicht nur auf die Entwicklung von Standards beschränken, es gehe vielmehr auch darum, Technologien untereinander zu teilen sowie in erheblich stärkerem Maße wie bisher gegenseitig zu integrieren.

Coviello sieht die gesamte Security-Szene derzeit am einem kritischen Scheidepunkt angekommen. Wenn sie bereit sei, sich im Sinne der erfinderischen Zusammenarbeit neu aufzustellen, hätte sie jetzt die Chance, das Ruder herumzureißen und "das Spiel zu gewinnen".

Inhalt dieses Artikels