Mit Infrastruktur-Management aus der Krise

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Der Handy-Boom um die Jahrtausendwende brachte den Telekommunikations-Dienstleister Vodafone D2 GmbH an den Rand des IT-Kollapses. Mit einem virtuellen Data-Center und ausgefeiltem Infrastruktur-Mangement ist das Düsseldorfer Unternehmen heute wieder Herr der Lage.

Rasantes Umsatzwachstum brachte die IT von Vodafone D2 vor drei Jahren in Bedrängnis. Fotos: Vodafone

Manchmal erweist sich der vermeintliche Segen als Fluch: Wenn Unternehmen zu schnell wachsen, gerät die Informationstechnik aus dem Takt. Davon kann Vodafone D2 ein Lied singen. Wegen des sprunghaften Nachfragewachstums hatte die IT-Umgebung des Telekom-Dienstleisters in den Jahren 1999 bis 2001 ständig hinter dem explodierenden und schnelllebigen Markt herhecheln müssen; eine Vielzahl von Einzelsystemen war entstanden, die aus Zeitgründen oft ihre ureigensten Systemlandschaften erhalten hatten - ohne Rücksicht darauf, ob sie mit den vorhandenen Umgebungen zusammenpassten.

IT im Zugzwang

So war ein unüberschaubares Heer von Schnittstellen entstanden, die sich nur mit viel Aufwand pflegen ließen. Schließlich waren die IT-Mitarbeiter kaum noch in der Lage, neue Projekte in Angriff zu nehmen. Den größten Teil ihrer Kapazitäten mussten sie für Maintenance-Aufgaben verschwenden. Zudem stiegen mit der Komplexität auch Projektlaufzeiten und Kosten, während die Zuverlässigkeit der Systeme abnahm. Damit geriet die IT in einen Teufelskreis: Die Qualität sank beständig, während der Aufwand ebenso kontinuierlich stieg. Kein Wunder, dass die Unternehmensführung bald Kostensenkungsmaßnahmen forderte.