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MIT empfiehlt Brasilien Open-Source-Produkte statt Microsoft

18.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Media Lab des Massachusetts Institute of Technology (MIT), Boston, hat der brasilianischen Regierung empfohlen, in einem großen Computerprojekt Open-Source-Software statt Microsoft-Produkte zu verwenden. Walter Bender, Direktor des MIT-Media-Lab, und der Forscher David Cavallo haben diese Empfehlung in einem Schreiben an den brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva ausgesprochen.

Die brasilianische Regierung will in Kürze über die Ausgestaltung eines Projekts "PC Conectado" (Vernetzter PC) entscheiden. Eine Million dieser staatlich subventionierten einfachen PCs sollen an einkommensschwache Brasilianer verkauft werden. Ein Beraterstab um Präsident Lula favorisiert auf den PCs vorinstallierte Open-Source-Programme. Andere Regierungsmitglieder möchten den Käufern die Option offen halten, etwas teurere PCs mit funktional eingeschränkten Microsoft-Programmen zu erwerben.

"Wir empfehlen die Verwendung freier Software hoher Qualität statt minimierter Versionen teurer proprietärer Programme", schreiben Bender und Cavallo. "Freie Software ist in puncto Kosten, Leistungsfähigkeit und Qualität bei weitem besser." Sie raten von funktional eingeschränkten Programmen ab, weil diese letztlich das Wissen der Bevölkerung beschränke. "Wenn der Sourcecode proprietär ist, bleibt er vor der Bevölkerung verborgen. Dies raubt ihr eine enorme Quelle, Wissen zu erwerben." (ls)