GMD auf dem Innovationsmarkt:

Mit Einheitsbausteinrechner und Pindar

27.03.1981

HANNOVER (pi) - Die GMD präsentiert das Projekt Einheitsbausteinrechner (EBR) auf dem Innovationsmarkt der Hannover-Messe 1981, Halle 7, am Gemeinschaftsstand der Arbeitsgemeinschaft der Großforschungseinrichtungen (Stand 1212/21). Darüber hinaus ist die GMD mit ihrem Exponat "Pindar", einem interaktiven Datenbank- und Reportsystem, in der CeBIT-Halle (Stand 1903, Halle 18, OG) vertreten.

Einheitsbausteinrechner sind nach einem bestimmten Prinzip modular aufgebaut. Die Modularisierung geschieht in zwei Ebenen logischen Designs. Dabei ergibt sich die Möglichkeit, unterschiedliche Rechnerstrukturen aus wenigen Elementen zu entwickeln.

Auf der untersten Ebene logischen Designs werden aus Schaltkreisen drei Arten von Bausteinen zusammengesetzt: Rechen-, Steuer- und Speicherbaustein. Alle drei haben mit rund 3000 Gatterfunktionen die Größenordnung mittlerer Mikroprozessoren. Der Steuerbaustein ist ein einfacher selbständiger Prozessor mit eigener Mikroprogrammsteuerung. Er kann neben der Steuerung größerer zusammengesetzter Aggregate auch einfache Rechnungen vor allem bei geringerer Wortlänge ausführen. Der Zechenbaustein ist ein unselbständiger Bestandteil größerer Zusammensetzungen. Er dient der Ausführung komplizierter Arithmetik und erlaubt größere Wortlängen. Seine Arbeitsweise wird vom Steuerbaustein bestimmt. Der Speicherbaustein dient in

Zusammensetzungen den vielfältigen Notwendigkeiten zum Speichern von Informationen, insbesondere auch als Mikroprogrammspeicher.

Auf der Logik-Komplex-Ebene werden aus diesen drei Bausteinen zwei Arten von Moduln zusammengesetzt: Werke und Speicher. Werke sind selbständige Prozessoren mit eigener Mikroprogrammsteuerung, die, zu einem Netz verbunden, eine den jeweiligen Bedürfnissen entsprechende Rechenkapazität bereitstellen können. Speicher ergänzen einerseits die Prozessoren zu Rechnern und stellen andererseits Verbindungsglieder der Prozessoren in einem Netz dar.

Auf der Ebene dieser Module wird schließlich ein zusammengesetztes EBR-Netz durch variable Mikroprogrammierung zu einem Rechner mit gewünschter Architektur organisiert.

Die Vereinheitlichung der Komponenten auf der Ebene der Bausteine und auf der Ebene der Werke ermöglicht einen Aufbau der Hardware durch reguläre Verbindungsstrukturen. Hierdurch wird eine Systematisierung und eine Vereinfachung des Rechnerentwurfs erzielt.

Die Konstruktion von Rechnern verschiedener Dimensionen und Aufgabenstellung wird dadurch erreicht, daß die Größe der Werke innerhalb gewisser Grenzen und die Anzahl der Werke und Speicher weitgehend frei gewählt weden können.

Die EBR-Bausteine bilden Konstruktionselemente, die in unterschiedlichen Technologien realisiert werden können. So kann ein Baustein als Leiterplatte herkömmlicher Art, als Chip oder, bei höchster Integration, als Teil Chips auftreten.

Die Beschränkung auf drei Typen erlaubt die Implementierung umfangreicher Fehlererkennungseinrichtungen auf dem einzelnen Baustein, wodurch eine ständige Überwachung der Funktionsfähigkeit der Hardware ohne Einsatz von Prüfprogrammen ermöglicht wird. Diese Fehlerüberwachung kann die Grundlage für verschiedene Methoden zur Erhöhung der Zuverlässigkeit bilden.

Lagerhaltung und Wartung der Rechnerbestandteile werden durch die Vereinheitlichung der Grundelemente wesentlich vereinfacht.

Informationen: Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung mbH, Bonn, Postfach 1240, Schloß Birlighoven, D-5205 St. Augustin 1, Tel.: 0 22 41/14-1.