Best in Cloud 2013 - Host Europe GmbH

Mit der Hybrid Cloud Lastspitzen abfangen - so wird's gemacht

16.10.2013
Uwe Küll ist freier Journalist in München.
Die Koelnmesse GmbH hat, unterstützt von Host Europe, eine flexible Webplattform aufgebaut. Ein stets verfügbarer Ressourcenpool beim Hoster sorgt dafür, dass die saisonal sehr unterschiedlichen Bedarfe kein Problem mehr darstellen.

Die Flexibilisierung der Infrastrukturen eröffnet Unternehmen neue Möglichkeiten zum wirtschaftlichen Einsatz von IT-Lösungen. Mit der Kombination aus einem Kernsystem von dedizierten und teildedizierten Servern sowie flexibel zuschaltbaren Kapazitäten in Form eines Ressourcenpools "Hybrid Cloud" nutzt die Koelnmesse diese Entwicklung, um schnell und kostengünstig auf die branchenüblichen starken Schwankungen im IT-Bedarf reagieren zu können.

Erfahren Sie alles über das Hybrid-Cloud-Projekt der Koelnmesse beim CW-Wettbewerb Best in Cloud in Frankfurt a.M. (23./24. Oktober 2013).

Das Einsatzszenario

Die Koelnmesse GmbH muss regelmäßig starke Spitzenbelastungen über die eigene Hosting-Plattform abwickeln. Lastgraphen zeigen: Schon Wochen vor Beginn eines Events steigt die Last auf den Systemen durch die teilnehmenden Besucher und Aussteller rapide an. Je nach Event kommt es zu einem so hohen Besucheranstieg, dass eine performante Auslieferung der Services gefährdet ist. Messen, die online-affine Zielgruppen adressieren, erfordern die kurzfristige Beschaffung weiterer Systeme, die jedoch nur über einen kurzen Zeitraum laufen. Das ist mit herkömmlichen Konzepten aufgrund der Kostenstruktur und des enormen Aufwands nicht wirtschaftlich machbar.

Foto: Koelnmesse

Da Host Europe mit diesen Problemen des Öfteren konfrontiert wird, wird für derartige Szenarien Hardware vorgehalten, um ein rasches Deployment zu ermöglichen. Trotz dieser Vorkehrungen dauert es oftmals zu lange, bis entsprechende Workloads abgefangen werden können, da diverse Konfigurationen vollzogen werden müssen.

Die IT-Abteilung der Koelnmesse wünschte daher einen flexiblen "Überlauf", der mit geringem Aufwand Lastspitzen abfängt, ohne langfristige Verträge eingehen zu müssen.

Die Cloud-Lösung

Da Host Europe fast zeitgleich das Produkt "Hybrid Cloud" veröffentlichte, konnte der Provider die neuen Anforderungen innerhalb von drei Monaten umsetzen. Im Vorfeld der Anfrage hatte die Koelnmesse bereits eine detaillierte Bedarfsanalyse erstellt, welche die Anforderungen an eine potentielle Lösung aufzeigte - inklusive Details zu Performance und Verfügbarkeit.

Aus Kundensicht stellte die nahtlose Integration in die Bestandsumgebung ohne Hilfsmittel wie VPN die größte Herausforderung dar, was sich jedoch aufgrund der bei Host Europe gewählten Implementierung erübrigte, da die virtuellen Maschinen der Hybrid Cloud im gleichen Netzwerk-Segment beheimatet sind, so dass sie kaum von realen Servern unterschieden werden können. Für Host Europe galt es, das konkrete Sizing der Cloud zu ermitteln, da der Kunde ein möglichst optimales Preis-/Leistungsverhältnis anstrebte. Die dazu nötigen Kennzahlen wurden auf Basis der langjährigen Kundenbeziehung ermittelt.

Die Technik

Die größte Herausforderung seitens des Kunden war die Erstellung von VM-Images und Templates, die für den jeweiligen Verwendungszweck - beispielsweise als Webserver - angepasst und optimiert werden mussten. Aus Sicht von Host Europe galt es, den Regelbetrieb während des Umbaus und der Anbindung an die Hybrid-Cloud ohne Downtime sicherzustellen.

Die Automatisierung der Plattform sorgt dafür, dass beim Anlegen des jeweiligen Ressourcenpools lediglich die Größe und das passende Netzsegment (VLAN) zu definieren sind. Aufgrund der nahtlosen Netzwerkintegration ließen sich bestehende Datenquellen nutzen, was Datenmigrationen auf ein Minimum reduzierte. Da die Host Europe Hybrid Cloud auf VMware vSphere (Enterprise Plus) basiert, kommen Features wie VMware VMotion und HA zum Einsatz. Den Kunden wird eine Verfügbarkeit von bis zu 99,995 Prozent garantiert.

Für die Sicherheit der Daten sorgt der Basisschutz nach ISO27001-Zertifizierung. Hinzu kommen diverse Technologien zur Abschottung von Kunden-Installationen. Dazu gehören VLAN-Separierung, MAC-Filter, Deaktivierung von Local Switching, Flow-Filter, VMware vCenter Policy-Rules, SSL-Verschlüsselung zur Administration und andere.

Der Business-Nutzen

Die größten Vorteile bestehen in der Verbesserung der Prozessabläufe und der Nutzung von Skaleneffekten. Die Lastspitzen können nun über eine zusätzliche Cloud Umgebung abgefangen werden. Das schafft Flexibilität, ohne die Kosten in die Höhe zu treiben, da die permanenten Workloads auf klassischen Ressourcen laufen.

Die Lösung ermöglicht das "Einfrieren" vorkonfigurierter Virtueller Maschinen auf einem sogenannten Datastore, damit beim nächsten Ansturm alles vorbereitet ist, ohne dass entsprechende Ressourcen wie CPU oder RAM gebucht werden müssen. Insgesamt ergibt sich so die angestrebte Kostenoptimierung bei gleichzeitiger Flexibilisierung der IT-Infrastruktur.

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