Was Millenials erwarten

Mit den richtigen Technologien punkten

Martin Gunnarsson ist Director Research & Strategy bei dem schwedischen ERP-Anbieter IFS.
Immer mehr Unternehmen stellen ihren Mitarbeitern schicke Mobilgeräte zur Verfügung. Nur: Mit der richtigen Hardware werden sie die mit Instagram, Facebook und Twitter aufgewachsene Generation aber nicht dauerhaft begeistern. Trifft sie auf die wenig glamouröse Realität traditioneller Business Software, sind lange Gesichter garantiert.

Die Millenials, auch Generation Y oder Digital Natives genannt, drängen in die Unternehmen und setzen dabei so selbstverständlich auf neue Technologien wie bislang keine Generation vor ihr. Smartphones, Tablets, Apps, soziale Netzwerke - damit sind die Millenials groß geworden, und ihre Vorzüge möchten sie auch am Arbeitsplatz nutzen.

Junge Mitarbeiter fordern von den Unternehmen ganz selbstverständlich, dass neue Technologien in den Arbeitsalltag integriert werden.
Junge Mitarbeiter fordern von den Unternehmen ganz selbstverständlich, dass neue Technologien in den Arbeitsalltag integriert werden.
Foto: Rawpixels.com - shutterstock.com

Einige Unternehmen unterstützen deshalb "Bring your own Device" und erlauben es den Mitarbeitern, ihre privaten Mobilgeräte auch im Büro zu verwenden. Viele andere, denen dieser Ansatz zu risikobehaftet ist, stellen firmeneigene Smartphones und Tablets zur Auswahl bereit. So oder so ist das schon mal ein Schritt in die richtige Richtung, um sich den Millenials als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Ausreichend ist es jedoch nicht, denn die neue Mitarbeitergeneration erwartet nicht nur schicke Hardware. Sie möchte auch Software mit derselben Usability vorfinden, die sie von ihren privaten Anwendungen kennen und schätzen.

Unternehmen sollten Business-Apps zur Verfügung stellen

Das fängt damit an, dass sie auch in der Arbeit alltägliche Aufgaben unkompliziert mit Apps erledigen wollen - sei es Kundendaten abrufen, Reisekosten abrechnen, das Arbeitszeit-Reporting erstellen oder Business-Intelligence-Auswertungen einsehen. Unternehmen sollten ihnen deshalb Business Apps zur Verfügung stellen, die sich bei Bedarf einfach aus einem App-Store herunterladen und nach ihrer Installation sofort intuitiv nutzen lassen, ohne dass dafür irgendeine Einarbeitung oder Übung nötig ist.

Datenzugriff mobil - aber bitte geschützt - Foto: ArtFamily - shutterstock.com

Datenzugriff mobil - aber bitte geschützt

Daneben ist es für Millenials eine Selbstverständlichkeit, die komplette Unternehmenssoftware auf Smartphones, Tablets, Notebooks und Hybrid-Geräten nutzen zu können. Dabei erwarten sie größtmögliche Flexibilität, denn Gestaltungsfreiheit und Individualität gehören zu den wesentlichen Werten dieser Generation. Mit einer althergebrachten Business Software, die sie mit starren Masken und zementierten Abläufen in feste Rollen und Prozesse presst, werden die Millenials deshalb große Schwierigkeiten bekommen. Was sie benötigen, ist eine Software, bei der sich Felder beliebig ein - und ausblenden, ausgewählte Informationen hervorheben oder Workflows frei definieren lassen - und die sie damit unkompliziert an ihre ganz eigenen Anforderungen anpassen können.

Echtzeit-Messaging im Arbeitsleben

Unternehmen sollten darüber hinaus den Millenials auch Interaktionsmöglichkeiten mit der Software bieten, die ihren Präferenzen gerecht werden. Sie sind es von Apps, Diensten und sozialen Plattformen gewohnt, über wichtige Ereignisse in der Welt oder aus ihrem privaten Umfeld sofort unterrichtet zu werden. Die ideale "Übersetzung" dieses Echtzeit-Messagings ins Arbeitsleben ist eine Business Software, die Anwender mit Hilfe eines speziellen Benachrichtigungssystems sofort darüber informiert, wenn es eine für sie wichtige Änderung gibt oder von ihnen dringend eine Aktion erforderlich ist - sei es durch eine automatische Nachricht auf ein Smartphone, ein Tablet oder eine Smartwatch.

Von ihren sozialen Apps sind es die Millenials gewohnt, sie auf ihren Smart Devices per Spracherkennung zu navigieren. Auch diese Art der Interaktion lässt sich nutzbringend in die Arbeitswelt übertragen. So können etwa Service-Techniker oder Ingenieure direkt an einer Anlage per Sprache auf die Schnelle technische Daten abfragen oder ausgeführte Arbeiten zurückmelden. Autofahrten und Wartezeiten im Stau lassen sich produktiver gestalten, wenn die Benutzer ihre Business Software über die Freisprechanlage bedienen können. Außerdem stellt die Sprachsteuerung ganz generell einen eleganten Weg dar, um schnell und unkompliziert an Informationen zu gelangen, indem man die Business Software schlicht und einfach danach fragt.

Einfache Kommunikationskanäle

Eine weitere zentrale Eigenschaft der Millenials ist ihre Wertschätzung für Teamwork, die sich unter anderem in ihrer hohen Affinität zu sozialen Netzwerken ausdrückt. Um sich auch in Unternehmen in Arbeitsdingen ad hoc untereinander abstimmen zu können, sind deshalb einfach gehaltene Kommunikationskanäle gefragt, wie sie die Millenials in ihrem Privatleben aus den sozialen Medien kennen. Deshalb sollten Unternehmen ihnen einen entsprechenden internen Dienst zur Verfügung stellen, der sich ähnlich wie etwa Yammer sehr einfach, bequem und völlig ungezwungen zum gegenseiteigen Austausch nutzen lässt.

Mit hippen Mobilgeräten und den passenden Softwarelösungen allein können Unternehmen die Millenials natürlich nicht für sich gewinnen. Aber diese Kombination kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, im Wettbewerb um die begehrten Nachwuchskräfte die Nase vorn zu haben.