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Digitale Transformation der Energieversorgung

Mit Dell und SAP HANA einen großen Schritt in Richtung Zukunft gehen

Thomas Fischer schreibt seit über 20 Jahren für unterschiedliche namhafte PC-Zeitschriften über IT-Themen sowie Business-Software, war beteiligt an der Entwicklung von Konzepten neuer IT-Magazine und arbeite mehrere Jahre in einem Verlag im Bereich Corporate Publishing. Sein Slogan ist: Technik einfach erklärt..
Ralf Leufkes, SAP Technology Architect des Full-Service-IT-Dienstleisters items, und Norbert Zyprian, CIO der Stadtwerke Soest, sprechen über die Migration auf SAP HANA, über Branchenlösungen speziell für Energieversorger und darüber, wie sich der Wechsel für die Stadtwerke bereits jetzt bezahlt macht.

Für die Stadtwerke Soest hat das IT-Dienstleistungsunternehmen items die Implementierung von SAP HANA umgesetzt und befindet sich aktuell in den Vorbereitungen zum anschließenden Wechsel auf die S/4HANA-Suite. Die Migration hat aufgrund der technischen Vorteile der In-Memory-Plattform bereits enorme Geschwindigkeitsvorteile erbracht. Zusammen mit den branchenspezifischen Lösungserweiterungen, die SAP HANA seinen Anwendern bietet, sind bei den Stadtwerken Soest nun erfolgreich die Grundsteine zur Realisierung der Digitalen Transformation gelegt.

Dell ist strategischer Hardwarepartner von items seit Gründung des Full-Service-IT-Dienstleisters. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Dell zudem eng mit SAP zusammen und hat bereits erfolgreich Hunderte von SAP-Lösungen in Unternehmen verschiedener Branchen implementiert.

Seit wann gibt es items und was zeichnet das Unternehmen aus?

Ralf Leufkes: Die items gibt es seit 1999. Wir waren damals die ausgegründete IT-Abteilung der Stadtwerke Münster. Unser Fokus liegt seit jeher auf den Energieversorgern und so überzeugen wir hier mit einem hohen Branchen-Knowhow.

Norbert Zyprian: Der erste Kunde der items waren die Stadtwerke Soest. Es handelt sich also um eine langjährige Partnerschaft.

Ralf Leufkes: Wir haben uns seit 1999, anfangs mit gut 30 Mitarbeitern, weiterentwickelt und sind jetzt ein Unternehmen mit knapp 300 Mitarbeitern und vielen Kunden, darunter auch die Stadtwerke Münster. items bedient alle Querschnitte. Angefangen beim Betrieb eines eigenen Rechenzentrums, von der Bestellung, der Auslieferung sowie der Installation von Endgeräten bis hin zum Serverbetrieb und darüber hinaus Applikations- und Anwendungsbetreuung, sei es Energiedatenmanagementsysteme oder SAP. Das heißt, wir betreiben alle Fachapplikationen in den verschiedensten Varianten. Naturgemäß haben wir dort eine starke SAP-Ausprägung, weil jeder unserer Kunden SAP im Einsatz hat - vom SAP-Hosting, über die Basisadministration sowie die komplette technische Unterstützung, bis hin zur Applikationsbetreuung und zur eigenen Entwicklung.

Seit wann setzen Sie auf Dell?

Ralf Leufkes: Unsere eigenen Rechenzentren und auch die komplette Arbeitsplatzsystemwelt liefert uns Dell seit 1999. Seit Gründung der items ist Dell unser strategischer Hardwarepartner.

Wie verlief die Migration auf SAP HANA?

Ralf Leufkes: Wir betreiben die SAP-HANA-Systeme im TDI (Taylor Data Integration) auf einer komplett virtualisierten Plattform, die aus Dell Mini-Blade-Systemen mit einer SAN und VMware-Virtualisierung besteht. Das hat zur Folge, dass wir für HANA an unserer bestehenden Plattform nichts ändern mussten. Die technische Migration auf die HANA-Systeme selber hat sehr gut funktioniert. Wir haben das mit den SAP-Standard-Mitteln Export und Import realisiert. Während der HANA-Migration haben wir gleichzeitig einen Betriebssystem-Wechsel mit einer Unicode-Migration durchgeführt - alles in einem Schritt. Innerhalb von einem Wochenende funktionierte die produktive Migration. Aus SAP-Anwendersicht kann Herr Zyprian das sicher gut beschreiben.

Norbert Zyprian: Ich kann das, was Herr Leufkes beschrieben hat, bestätigen. Für uns als Kunde ist diese Migration im Hintergrund absolut problemlos abgelaufen. Wir hatten natürlich im Vorfeld speziell durch die Unicode-Umstellung einige Tests laufen, was völlig normal ist. Alles andere ist fehlerfrei abgelaufen, ganz hervorragend.

Was hat Ihre Entscheidung für SAP HANA am meisten beeinflusst?

Ralf Leufkes: Grundsätzlich hat SAP das Wartungsende der bestehenden SAP-Produkte bis 2025 bekannt gegeben. Die neue Produktschiene im S/4-HANA-Umfeld basiert exklusiv auf SAP HANA, also als neue Plattform. Und schon vor drei Jahren hat uns das dazu bewogen, uns frühzeitig damit zu beschäftigen. Die Frage ist, wann das sinnvoll ist. Zusammen mit den Stadtwerken Soest als aktivem und innovativem Partner sind wir bei diesem Kunden schon dieses Jahr auf SAP HANA gegangen, um dann im Folgenden Mehrwerte auf Basis von SAP HANA als Fundament zu generieren.

Können Sie jetzt kurz nach der Migration bereits von Optimierungen hinsichtlich bestehender Geschäftsprozesse durch SAP HANA sprechen?

Ralf Leufkes: Aus Betreibersicht stellt sich das im ersten Schritt als die Möglichkeit dar, technisch neue Lösungsansätze bei weiterführenden Themen und Projekten zu begehen.

Norbert Zyprian: Ein großer Vorteil ist, dass es für die Nutzer keine Veränderungen gibt. Sie arbeiten nach wie vor in Ihrer gewohnten Umgebung. Technisch nutzen wir jetzt jedoch eine völlig neue Plattform. Da HANA eine In-Memory-Datenbank ist, erreichen wir äußerst kurze Zugriffszeiten. Beispielsweise erstellen wir für Statistikzwecke regelmäßig Verbrauchsanalysen. Die alte Hardware und die alte Oracle-Datenbank benötigte dafür Laufzeiten von 1,5 Stunden. Mit der heutigen Technik ist das auf Knopfdruck erledigt.

Das IS-U-Modul hat bei Ihrem Projekt mit den Stadtwerken eine besondere Bedeutung. Können Sie das genauer erläutern?

Ralf Leufkes: SAPs IS-U-Modul ist die Industry Solution for Utilities, eine Branchenlösung für Energieversorger. Es erweitert das Standard-System für Energieversorger, um beispielsweise Strom abzurechnen und Energie-Kunden zu verwalten. Die Stadtwerke Soest migrierten als erster Energieversorger in Deutschland ihr IS-U-System auf HANA. Es gab zu dieser Zeit keine Referenz-Unternehmen mit Erfahrung auf diesem Gebiet.

Norbert Zyprian: Als ein Stadtwerk kleinerer Größenordnung sind wir ein Stichtag-Abrechner. Im Laufe des Monats Januar erzeugen wir ungefähr 50.000 Rechnungsbelege. Das sind alles Abrechnungsprozesse, die im IS-U laufen. Im kommenden Januar erfolgt die erste Abrechnung mit dem neuen System. Wir sind gespannt, wie sich die Optimierung der Laufzeiten und die höhere Qualität auswirken werden. Die Erwartungen liegen bei einer vier- bis fünffachen Steigerung der Geschwindigkeit.

Herr Leufkes, SAP HANA soll für items auch Fundament für weiterführende Projekte sein. Denken Sie auch an zukünftige hybride Szenarien?

Ralf Leufkes: Die Migration auf HANA soll das Fundament für weitere Projekte legen, etwa die Weiterentwicklung der bestehenden SAP-Systeme. Die Lösung hier heißt S/4HANA. Demnächst stellt SAP eine neue IS-U-Lösung vor. Damit lässt sich die Effektivität auf Geschäftsprozessebene und beim User-Interface weiter steigern. Mit der SAP HANA lassen sich darüber hinaus neue Anforderungen die der Markt stellt realisieren, beispielsweise im Zuge der Digitalisierung sowie Cloud-Leistungen und Cloud-Integration in hybriden Betriebsmodellen. So arbeiten wir gemeinsam mit den Stadtwerken Soest an einem Prototypen mit der SAP BusinessObject Cloud. Damit lassen sich Cloud-Dienstleistungen nutzen, ohne Daten überhaupt in die Cloud hochladen zu müssen. Das ist ein hochinteressantes Betriebsmodell, besonders unter dem Gesichtspunkt des Datenschutzes und der Datensicherheit. Die SAP BusinessObject Cloud ist eine Plattform für die Erstellung und Erweiterung eines Unternehmens-Reportings mit verschiedensten Möglichkeiten, etwa prädiktive Datenanalysen.

Was ist aus Ihrer Sicht für ein Unternehmen wie items wichtig, um zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben?

Ralf Leufkes: Die IT muss sich neu definieren und als Befähiger für neue Geschäftsprozesse dienen. Dabei spielt der Leitgedanke "Lass uns neu denken" eine große Rolle. Mit Blick auf die Geschäftsprozesse hat Herr Zyprian einen genauen Einblick, wie sich auch zukünftig Mehrwert aus den neuen Möglichkeiten generieren lässt.

Norbert Zyprian: Wir sind dabei, unser Produktportfolio hier vor Ort deutlich zu erweitern, etwa als Dienstleister für Wohnungsbaugesellschaften. So werden wir neue, interessante Bauprojekte aus der Taufe heben. Allerdings setzt ein solcher Service eine entsprechende IT-Unterstützung voraus. Unsere Vision ist, unsere Kunden und Geschäftspartner digital auf einer Plattform einzubinden. Wir wollen ein Rundum-Paket schaffen, das wir mit dem Partner items aufbauen.

Ralf Leufkes: Das ist auch genau der Punkt wo die IT nicht die Position des Verhinderers einnehmen darf. Stattdessen muss sie dafür sorgen, das Vorhaben technisch zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen jedoch die bestehenden stabilen Prozesse nicht beeinflusst werden.

Norbert Zyprian: Beispielsweise haben wir bisher kein Business Warehouse betrieben, um Auswertungen zu erstellen. Das sind aber Dinge, in die wir jetzt investieren wollen. Darüber hinaus werden wir verbesserte Vertriebskontrollen aufbauen. Genau hier ist das bereits erwähnte Pilotprojekt mit der BusinessObject Cloud tatsächlich eine neue Welt. Jetzt docken wir an die neue Welt an und investieren nicht mehr in alte Zöpfe.

Die Stadtwerke Soest sind Bestandskunde von items. Wie konnte Sie items davon überzeugen, diesen Weg mitzugehen? Wie kam es zum "Generationenwechsel" hin zu SAP HANA?

Norbert Zyprian: Das Wort HANA geistert bereits seit vielen Jahren durch die IT-Welt. Meiner Meinung nach wusste kaum jemand, was SAP mit der HANA erreichen möchte. Im Rahmen eines items-Forums haben wir uns im vergangenem Jahr zusammengesetzt, um zu diesem Thema Fachvorträge von Spezialisten anzuhören. Glücklicherweise ist unsere Geschäftsführung für solche Dinge sehr offen. In einer unserer Meetings sind wir dann zu dem Entschluss gekommen: "Lasst uns eine IT-Strategie stricken. Wie könnte denn ein Stadtwerke Soest der Zukunft aussehen?" Dabei spielte das Thema HANA eine große Rolle.

Ralph Leufkes: Wichtig ist, dass die IT auch Lust darauf hat und sich nicht genötigt fühlt, so etwas zu machen. Genau diese Position nimmt Herr Zyprian bei den Stadtwerken Soest ein.

Norbert Zyprian: Es hängt auch ein bisschen mit der Mitarbeiterstruktur zusammen. Wir haben hier ein relativ junges und IT-affines Team. Unsere Mitarbeiter haben ein großes Interesse, sich fortzubilden und neue Sachen zu entwickeln.

Was bekommen Sie von den Veränderungen mit? Gibt es neben den geringeren Laufzeiten bereits Unterschiede?

Norbert Zyprian: Zunächst haben wir einen extremen Geschwindigkeitsvorteil erreicht und die technische Basis geschaffen. Unser Folgeprojekt steuern wir im Moment gemeinsam mit items an. Es liegt im Bereich der Finanzbuchhaltung und des Controllings. Dabei werden wir auf die neue S/4 Linie umstellen. Das wiederum geht mit einer neuen Codelinie der SAP einher, die auch für HANA-Zugriffe komplett optimiert ist. Somit ist hier nochmal ein Geschwindigkeitszuwachs zu erwarten. Vorteile zeigen sich außerdem in der Usability. Hierzu gehören moderne Bedienoberflächen wie SAP Fiori genauso in das Konzept. Meiner Meinung nach wird sich der Prozess inklusive der Branchenlösung, die SAP in der ersten Version für Ende 2017 angekündigt hat, noch zwei bis drei Jahre hinziehen. Aber dann sind wir immer noch fünf Jahre vor 2025, dem angekündigten Ende der Wartung bestehender SAP-Produkte.

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