Vodafone setzt bei Firmenkunden auf Richtfunk

Mit 300 Mbit/s auf dem Land ins Internet

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Mit einem Richtfunk-Angebot (WLL: Wireless Local Loop) will Vodafone Unternehmen in ländlichen Regionen eine Alternative für schnelle Datenanschlüsse anbieten. Über die Luftschnittstelle sollen Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s realisiert werden.

Keine Glasfaser? Kein LTE? Kein VDSL? Für viele Firmen im ländlichen Raum wird eine schnelle Internet-Anbindung immer mehr zum Problem - allen Jubelmeldungen der Bundesnetzagentur zum Trotz. Diese sieht bereits 70 Prozent der Haushalte mit Breitband versorgt und lobt dabei die im EU-Vergleich überdurchschnittliche Versorgung. Allerdings definiert die Bundesnetzagentur Breitband schon ab einem Mbit/s.

Per Richtfunk kann Vodafone in den rot markierten Gebieten Firmenkunden einen Breitbandzugang liefern.
Per Richtfunk kann Vodafone in den rot markierten Gebieten Firmenkunden einen Breitbandzugang liefern.
Foto: Vodafone

Für Firmen, die lediglich auf dem Papier nach der Definition der Bundesnetzagentur mit Breitband versorgt sind, hat Vodafone jetzt ein WLL-Angebot geschnürt. Mit WLL will Vodafone auch entlegene Unternehmensstandorte ohne Festnetz-Infrastruktur mit dem Vodafone Glasfaser-Netz über die Luftschnittstelle mit bis zu 300 Mbit/s verbinden. Die Richtfunktechnologie ersetzt dabei den herkömmlichen Festnetzanschluss durch eine Punkt-zu-Punkt Verbindung zwischen einer Vodafone-Basisstation und dem User-Standort. Hierzu muss eine Richtfunkantenne auf dem Gebäude des Anwenders installiert werden. Zudem findet vor Installation ein so genannter "Line Of Sight"-Check statt, um sicher zu gehen, dass Sichtkontakt zwischen der Basisstation und der Antenne am Unternehmensstandort besteht.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, können Geschäftskunden beim WLL zwischen Bandbreiten von zwei bis 300 Mbit/s wählen. Für Firmenkunden könnte das WLL-Angebot unter zwei Aspekten interessant sein: Zum einen für entlegene Standorte, in deren Umgebung keine leistungsstarke Festnetzanbindung verfügbar ist. Zum anderen als Backup-Lösung, um über eine alternative Zugangstechnologie zu verfügen, wenn der berüchtigte Bagger die Festnetzleitung durchtrennt.

 

Dieter Schãdè Bruce ?

Sollte es auch für Privatleute geben

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