Arbeit 4.0

Ministerin Nahles setzt auf Verabredungs- und neue Führungskultur

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Im Rahmen ihrer Sommerbesuche in verschiedenen Unternehmen Süddeutschlands besuchte Arbeitsministerin Andrea Nahles auch den Softwareprimus Microsoft in seiner (Noch)-Zentrale in Unterschleißheim bei München.

Die deutsche Microsoft-Niederlassung sieht sich als Pionier in Sachen modernes Arbeiten und somit als natürlicher Verbündete der Arbeitsministerin Andrea Nahles, die gerade ein so genanntes Weißbuch Arbeit 4.0 herausgebracht hat und in dem es darum geht, die Bedingungen für Arbeitswelt von morgen zu formulieren.

Fünf bis acht Jahre Vorsprung habe man gegenüber anderen Unternehmen, verkündete Firmensprecher Thomas Mikeleit selbstbewusst in einem Roundtable-Gespräch, an dem Microsoft-Mitarbeiter mit der Ministerin diskutierten.

Frauen werden gefördert

Arbeitsministerin Andrea Nahles bei ihrem Besuch bei Microsoft Deutschland
Arbeitsministerin Andrea Nahles bei ihrem Besuch bei Microsoft Deutschland
Foto: Microsoft / Julia Vetter

Zum einen stimme die technologische Basis. Die Belegschaft arbeite mit neuesten Werkzeugen, die ein kollaboratives, flexibles Arbeiten unterstützten, zum anderen könne man mittlerweile auf einige Jahre Erfahrung in puncto Vertrauenskultur und auch Diversity, also die bewsste Förderung von Frauen und deren Etablierung in Topmanagement-Positionen zurückgreifen. Beleg dafür sind die Auszeichnungen im Wettbewerb "Great Place to Work", in dem Microsoft seit Jahren traditionell gut abschneidet und die Chancen der Frauen als großer Pluspunkt erwähnt wird. Immerhin ist ein Drittel der Geschäftsleitung weiblich.

Nur jeder Fünfte arbeitet bei Microsoft im Büro

Microsoft hat eine Betriebsvereinbarung zum Thema Vertrauensarbeitszeit als auch eine zum -arbeitsort; also Arbeiten von praktisch jedem Ort aus und zu flexiblen Zeiten. Die Resonanz im eigenen Unternehmen und auch die Umsetzung sei das geringste Problem gewesen, berichtete Betriebsratsvorsitzende Kerstin Lippke. Schon seit geraumer Zeit können Microsoft-Mitarbeiter zeit- und ortsunabhängig arbeiten, und auch das Management habe gelernt zu führen ohne die physische Präsenz der Beschäftigten. Höchstens 20 bis 30 Prozent der Mitarbeiter halten sich nämlich in den Firmenbüros auf, die anderen bei Kunden oder eben sonstwo. Dieser Entwicklung wird nun das neue Firmengebäude Rechnung tragen, das nächstes Jahr in München-Schwabing bezogen werden soll. Hier wird es dann keine festen Arbeitsplätze mehr geben.

Ministerin Nahles lud Microsoft ein, sie zu unterstützen, um die Rahmenbedingungen für die neue Arbeitswelt zu formulieren. Gerade in großen Unternehmen könne man sich auf eine traditionsreiche "Verabredungskultur" zwischen Betriebsrat und Arbeitgeberseite verlassen, um gemeinsam die Spielregeln für die neue Arbeitswelt zu definieren. Das sagte die Ministerin auch: Die Zahl der Burnout-Fälle habe in den letzten Jahren stark zugenommen und deshalb sei es so wichtig, die Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden.

Was beste Arbeitgeber für ihre Mitarbeiter tun

Gemeinsam lernen, feiern und an Werten und Ideen arbeiten: 30 ausgezeichnete ITK-Arbeitgeber, darunter auch Microsoft, zeigen in unserem Special, warum sie ein Great Place to Work sind.