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Millionenvergleich wegen unerlaubter Internet-Werbung

19.02.2007
Mit der Zahlung von 1,5 Millionen Dollar hat die New Yorker Online-Firma Direct Revenue LLC ein Gerichtsurteil abgewendet. Die US-Verbraucherzentrale FTC hatte das Unternehmen wegen unerlaubter Werbemaßnahmen angezeigt.

Direct Revenue hatte über kostenlose Web-Downloads wie Bildschirmschoner und Spiele Spyware auf den Rechnern von Nutzern installiert, ohne besonders darauf hinzuweisen. Das Programm erfasste das Surfverhalten der User und ließ gezielt Pop-up-Werbung im Browser erscheinen.

Die FTC hatte nach Beschwerden von Anwendern im April Anzeige erstattet. In der Verbraucherzentrale schätzt man den Gewinn, den Direct Revenue in den Jahren 2004 bis 2006 mit diesen illegalen Maßnahmen erwirtschaftete, auf über 20 Millionen Dollar. "Von daher ist die jetzt gezahlte Summe gering", beklagte sich Ari Schwartz vom "Center for Democracy and Technology" stellvertretend für viele, die die Strafe für zu niedrig halten.

Direct Revenue selbst zeigte sich zufrieden mit der Einigung und sagte der FTC für ihre Nachforschungen in ähnlichen Fällen von Online-Betrug Unterstützung zu. Das Unternehmen schob den Schwarzen Peter an die Distributoren der Werbe-Software weiter, die nicht im Sinne der Firma gehandelt hätten: Direct Revenue habe die Zusammenarbeit mit den Vermarktungsfirmen wegen Vetragsverletzungen im vergangenen Jahr beendet, teilte das Unternehmen am Freitag schriftlich mit.

Neben der Zahlung von 1,5 Millionen Dollar verpflichtete sich Direct Revenue gegenüber der FTC, Adware zukünftig nur noch mit explizitem Installationshinweis und leicht zugänglicher Möglichkeit zur Deinstallation bereitzustellen. (sh)