Diesen Artikel bewerten: 

Zwei Modelle

Migrieren auf SAP S/4HANA

31.08.2016
Viele Unternehmen planen den Wechsel auf SAP S/4HANA auf dem Wege einer System Conversion. Doch wer das Innovationspotenzial der SAP-Lösung ausschöpfen möchte, sollte auch eine Landscape Transformation prüfen.

Unternehmen, die bereits mit SAP ERP 6.0 (ab EhP 0) arbeiten, bevorzugen oft den Wechsel auf SAP S/4HANA auf dem Wege einer System Conversion. Die Gründe dafür sind naheliegend: Wer schon in eine SAP-Lösung investiert hat, ist daran interessiert, getätigte Investitionen auf diese Weise zu erhalten.

Doch der Wechsel auf SAP S/4HANA ist stets mehr als ein Einzelprojekt oder eine reine Datenbankmigration: Er bezieht immer die gesamte IT-Systemlandschaft mit ein, weshalb die Transformation stets von einer optimalen SAP-Ziel-Architektur aus betrachtet werden sollte. Diese hat zum Ziel IT-Komplexität zu reduzieren und Prozesse zu vereinfachen. Eine Analyse vor diesem Hintergrund kann im Ergebnis schließlich auch zu einer anderen Wechselvariante führen: nämlich zu einer Greenfield (Neuimplementierung) oder einer Landscape Transformation.

System neu aufsetzen oder konvertieren?

Während bei einer Neuimplementierung stets ein gänzlich neues System aufgesetzt wird, besteht bei einer Landscape Transformation neben der Option, ein neues System aufzusetzen, alternativ auch die Möglichkeit ein bestehendes System zu konvertieren - die bestehende multiple SAP-ERP-Landschaft wird in diesem Fall schrittweise durch die selektive Datenübernahme reduziert, der Scope des SAP-S/4HANA-Systems wo notwendig erweitert.

Beide Wechselvarianten sind den IT-Organisationen in der Regel bekannt, wurden allerdings in der Vergangenheit häufig mit Vorbehalt betrachtet: So werden bei einer Neuimplementierung - anders als bei einem Upgrade oder einer System Conversion - Konfigurationen, Erweiterungen und Daten nicht automatisch durch den Einsatz der SAP Upgrade und Migrationswerkzeuge beibehalten. Auch bei einer Landscape Transformation (auch wenn eine System Conversion als Grundlage denkbar ist) ist indes häufig ein Greenfield-Ansatz notwendig - entweder aufgrund der Andersartigkeit der in den ERP-Systemen abgebildeten Prozesse oder weil die existierenden ERP-Systeme keine valide Grundlage für einen Neustart mit SAP S/4HANA darstellen.

Doch auch wenn die Projektvorhaben in beiden Fällen einen Neustart darstellen - und getätigte Investitionen möglicherweise abgeschrieben werden müssen - erweist sich diese Option langfristig in vielen Ausgangslagen für Kunden als sinnvoll. Der Grund: Der Mehrwert von SAP S/4HANA lässt sich nur realisieren, wenn die Prozesse im Unternehmen die technischen Möglichkeiten eines SAP-S/4HANA-System ausnutzen und die Daten im System insbesondere Stammdaten die aktuelle Geschäftssituation abbilden. Erfolgt der Wechsel auf ein SAP-S/4HANA-System als rein technischer Wechsel, wird das Innovationspotenzial von SAP S/4HANA nicht ausgeschöpft. Eine schrittweise Anpassung von Prozessen und eine Bereinigung der Datenbasis im Nachgang gestaltet sich dann als schwierig, denn sie wird als optional verstanden und ist nicht integraler Bestandteil des Projektes.

Welchen Weg Unternehmen schließlich beschreiten, sollten sie auf der Grundlage einer Analyse entscheiden, die Dauer, Komplexität, Aufwand sowie den erzielbaren Nutzen einer System Conversion in Betracht zieht und diesen mit einem Greenfield-Ansatz vergleicht.

Neuimplementierung auch via Cloud

Bietet sich ein Wechsel via Neuimplementierung an - wenn etwa nur ein System zugrunde liegt - kann auch die Nutzung der SAP S/4HANA Cloud-Variante in Erwägung gezogen werden. Art und Umfang der Prozesse sind bei diesem Betriebsmodell nicht identisch mit der On-Premise-Variante, der Funktionsumfang wird quartalsweise erweitert. Individuelle Erweiterungen sind grundsätzlich möglich, gleichzeitig ist die Public-Cloud-Variante jedoch für Kunden insbesondere dann sinnvoll, wenn die Organisation der Standardisierung eine hohe Priorität einräumt.

Option Greenfield oder Option Landscape Transformation - welche Methode ist am sinnvollsten? Lesen Sie hier mehr im ausführlichen Artikel im SAP News Center.