Business Intelligence

Microstrategy stellt Facebook-Gateway bereit

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Eine neue Infrastruktursoftware hilft, die Informationen der eigenen "Fans" für Marketing-Zwecke aufzubreiten. Der BI-Spezialist Microstrategy bietet sie ab sofort im Cloud-Modell an.

Die 750 Millionen Nutzer des Facebook-Netzwerks nennen in ihrem Profil durchschnittliche neun Produkte beziehungsweise Unternehmen als ihre Lieblingsmarken, so Michael Saylor, CEO des Business-Intelligence-Anbieters Microstrategy Inc. anlässlich des diesjährigen Anwenderkongresses "Microstrategy World 2011". Diese Datenquelle dürfe nicht vernachlässigt werden, mahnte Saylor.

Facebook-Nutzer, die ein Produkt oder ein Unternehmen mögen, tun das häufig kund, indem sie auf dessen "Like"-Button klicken. Damit zählen sie quasi zum Fanclub des jeweiligen Anbieters. Aber das heißt noch nicht, dass dieses Unternehme auch auf die Profilinformationen seiner Fans zugreifen kann, denn viele Facebooker öffnen ihre Profile nur für ihre "Freunde".

Wer also mehr über seine existierenden und potenziellen Kunden auf Facebook wissen und sie adäquat ansprechen will, muss höflich anfragen, ob sie damit einverstanden sind. Im Fachjargon heißt das "Permission-based Marketing". Um an die Tür des Facebook-Nutzers zu klopfen, kann das Unternehmen selbst eine Applikation entwickeln oder ein Tool wie "BI Mobility" von Microstrategy verwenden.

Aber selbst wenn das Facebook-Mitglied sein Plazet gibt, lassen sich die Informationen nicht eins zu eins in ein Analysewerkzeug überführen, denn die Datenformate sind zunächst inkompatibel. Hier tritt das "Facebook Gateway" auf den Plan. Unter dieser Bezeichnung bietet Microstrategy ab sofort einen
Cloud-basierten Service an, der die Übersetzungsarbeit übernimmt, also die Informationen aus dem "Social-Graph"-Format des Netzwerks in die relationale Datenbankstruktur der Enterprise-Systeme überträgt.

Und umgekehrt. Denn nach der Analyse und Segmentierung der Datenbasis will der Anbieter vermutlich aktiv werden, um die Kunden in ihren künftigen Kaufentscheidungen zu beeinflussen oder sie durch Sonderrabatte oder andere Vergünstigungen noch fester an sich zu binden.