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Microsofts XP-Oberfläche mit Tücken

26.09.2001
Über manipulierte "manifest"-XML-Dateien lässt sich Windows XP auch in der endgültigen Version lahm legen. Dies berichten unsere Kollegen vom "tecChannel".

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die neuen Gestaltungsmöglichkeiten (Visual Styles) für den Desktop in Windows XP bergen einem Bericht unserer Kollegen vom "tecChannel zufolge Sicherheitsrisiken. Auch in der finalen Version lässt sich das System über manipulierte "manifest"-Dateien demnach dauerhaft lahm legen.

Microsoft hat in seinem neuen Betriebssystem XML -Dateien eingeführt, die beim Start von Applikationen die zugehörige Information zur Visualisierung des Programms liefern. Damit ermöglicht Microsoft etwa die individuelle Gestaltung des Desktops. Riskant ist aber, dass Windows XP beim Öffnen einer Anwendung immer nach einer .manifest-Datei sucht und, falls vorhanden, die dort verzeichneten Dateien und Bibliotheken lädt. Dies gilt sogar für den Start aller Systemprogrammen, etwa der Kommandozeile "cmd.exe".

tecChannel hat eine manipulierte .manifest-Datei für den Windows-Explorer (explorer.exe) erzeugt. Statt gültigen in XML geschriebenen Informationen zu Styles und DLL enthält die Datei sinnfreie Zeichen. Kopiert man die Datei in das Windows-Verzeichnis von Windows XP, startet neu oder beendet den Explorer über den Taskmanager, so hängt sich das System sang- und klanglos auf.

Den Kollegen erschiene es ratsam, wenn Windows XP zumindest prüfen würde, ob die Manifest-Datei gültigen XML-Code enthält. Wenn nicht, sollte XP auf die Standard-Darstellung ohne Styles zurückgreifen.