Microsofts Web-Server legt auf Kosten von Apache zu

16.10.2006
Apache bleibt zwar Marktführer, verliert aber seit einigen Monaten an Microsoft. Einer Studie zufolge liegt der Web-Server aus Redmond bei den Fortune 1000 bereits auf Platz eins.

In der bekannten "Web Server Survey" von Netcraft, einer laufenden Untersuchung von Marktanteilen für HTTP-Server, zeigt die Kurve für Microsofts "Internet Information Server" (IIS) seit Anfang des Jahres steil nach oben. Im gleichen Zeitraum ging der Anteil für den Primus in dieser Kategorie, den quelloffenen Apache-Server, stetig zurück. Während das Verhältnis Apache zu IIS zum Ende des letzten Jahres noch 70 zu 20 Prozent betrug, verschob es sich bis Oktober 2006 auf 61 zu 31 Prozent.

Diese Zahlen sind allerdings stark interpretationsbedürftig, weil Netcraft nicht die Zahl der tatsächlich auf einer bestimmten physikalischen Hardware installierten Web-Server zählt, sondern eruiert, unter welcher Software eine Website läuft. Große Web-Hoster betreiben oft Hunderttausende Domänen auf einer Handvoll Maschinen. Wenn ein solcher Dienstleister - wie in der Vergangenheit öfters geschehen - auf einen anderen Web-Server umsteigt, dann führt dies zu spürbaren Änderungen in den Marktanteilen.

Die jüngsten Verschiebungen erklärt Netcraft mit der sinkenden Bedeutung des klassischen Hosting-Geschäfts. Das rasante Wachstum des Web im Jahr 2006 gehe vor allem auf das Konto werbefinanzierter Dienste, die der Endverbraucher kostenlos nutzen kann. Besonders Google und Microsoft konnten für ihre Weblog-Services "Blogger.com" beziehungsweise "Windows Live Spaces" zahlreiche Nutzer gewinnen. Microsoft registriert für jedes neu eingerichtete Blog eine eigene Subdomäne, allein im vergangenen Monat belief sich deren Zahl laut Netcraft 1,3 Millionen. Da die Redmonder ihren Dienst auf Basis von Windows und IIS anbieten, schlägt sich jedes neu eingerichtet Online-Journal in der Statistik von Netcraft zugunsten von Microsoft nieder. Ähnliches gilt für die anderen Online-Dienste von Redmond, die sich besonders in den USA zunehmender Beliebtheit erfreuen.

Inhalt dieses Artikels