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Microsofts Steuerverfahren avanciert zum Präzedenzfall

06.08.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft scheint derzeit aus den Gerichtssälen nicht mehr herauszukommen. In einem Rechtsstreit mit dem US-Finanzministerium IRS (Internal Revenue Service) geht es diesmal um angeblich unrechtmäßig abgeschriebene Steuerbeträge des Softwareriesen. Die IRS verlangt jetzt die Rückzahlung von 16 Millionen Dollar. Microsoft hatte unter Berufung auf eine Steuererleichterungsklausel, die aber laut IRS lediglich für die Film- und Musikindustrie gilt, 15 Prozent seines Brutto-Einkommens für Software-Exporte abgeschrieben.

Der Rechtsstreit könnte zum Präzedenzfall für andere Unternehmen avancieren, die sich in ähnlichen Verfahren befinden. So geht es bei Oracle um 15 Millionen Dollar, bei Autodesk um 1,6 Millionen und bei Adobe um 900 000 Dollar. Ironischerweise schlagen sich in dieser Sache gerade die Softwarefirmen und -vereine auf die Seite des Softwareriesen, die im Kartellverfahren gegen Microsoft die Partei der Gegner ergriffen haben.