"Microsofts" ODF-Konverter ist fertig

02.02.2007
Auf Sourceforge.net steht ab sofort der von Microsoft finanzierte Konverter zum Download bereit, mit dem Word OpenDocument-Dateien lesen und schreiben lernt.

Der Konverter unterstützt die Word-Versionen XP, 2003 sowie 2007. Er benötigt das .NET Framework in Version 2.0. Weitere Add-ins für Excel und PowerPoint sind ebenfalls in Arbeit.

Entstanden ist das Projekt ohne aktive Beteiligung (sprich Code) von Microsoft. Die eigentliche Programmierung übernahm der französische Microsoft-Partner CleverAge; für die Qualitätskontrolle und das Testing waren die indische Aztecsoft sowie Dialogika aus Deutschland zuständig.

Im Vorfeld der Veröffentlichung des neuen 2007 Office System gab es einigen Rummel um die Tatsache, dass Microsoft damit nicht das OpenDocument Format unterstützen wollte. ODF ist das native Format von OpenOffice.org/StarOffice und war bereits als XML-basierendes Dateiformat etabliert.

So integriert sich der ODF-Konverter ins Datei-Menü von Word.
So integriert sich der ODF-Konverter ins Datei-Menü von Word.

Microsoft begründete seine Entscheidung gegen ODF unter anderem damit, dass Kunden zu Beginn der Office-2007-Entwicklung kein Interesse an einer Unterstützung von OpenDocument gezeigt hätten. Der Redmonder Konzern entschied sich dann später, selbst ein XML-Dateiformat zu entwickeln. Dieses "Open Office XML" soll bei der ISO standardisiert werden; ODF hat bereits den ISO-Segen.

Später erklärte Microsoft, es habe das OpenDocument Format nicht für seine neue Bürosuite nutzen können, weil es damit technisch nicht möglich sei, alle Eigenschaften älterer Office-Dateien abzubilden. Für Microsofts Kunden habe aber die Abwärtskompatibilität oberste Priorität gehabt.

Weil aber vor allem Anwender bei Öffentlichen Händen eine ODF-Unterstützung einforderten (Stichwort Massachusetts), entschloss Microsoft sich dazu, die entsprechenden Konverter im Rahmen eines Open-Source-Projekts entwickeln zu lassen. "Ein Standard ist ein Stapel Papier - die Adoption im Markt treibt letzlich die Aktivität", erklärte Jason Matusow, Microsofts Senior Director of Intellectual Property and Interoperability.

Anders als bei ODF hatte Microsoft im Übrigen versucht, native Unterstützung für ein anderes Dateiformat in Office 2007 einzubauen: PDF (Portable Document Format) von Adobe Systems. Adobe war allerdings dagegen und forderte Microsoft auf, dieses Feature fallenzulassen - was Microsoft tat. Allerdings hat Adobe nun PDF zur Standardisierung bei der ISO eingereicht. Matusow erklärte, Microsoft sei nun wieder "offen für Gespräche" bezüglich nativer PDF-Unterstützung in kommenden Office-Versionen. (tc)