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Microsofts Monopoltricks sind ein alter Hut

10.05.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft habe zum Erhalt und Ausbau seines Monopols im Betriebssystemmarkt keine neuen Tricks verwendet, sondern auf die erprobten Methoden zurückgegriffen. Dies erklärte Joel Klein, Chefankläger im laufenden Antitrust-Verfahren gegen die Gates-Company, beim "New Economy Forum" an der Haas School of Business der Universität Berkeley. Microsoft habe drei der rund sechs gängigen Monopoltechniken verwendet:

Microsoft hat Händlern den Vertrieb von Konkurrenzprodukten untersagt und bei Zuwiderhandlung unter Druck gesetzt.

Durch die Bündelung seines Browsers hat Microsoft sein Betriebssystemmonopol missbraucht.

Die Gates-Company hat räuberische Praktiken angewendet, indem sie mehrere hundert Millionen Dollar in die Entwicklung des Internet-Explorers gesteckt hat, das als kostenloses Produkt jedoch keine Umsätze bringt. Dadurch sei die Konkurrenz schachmatt gesetzt worden.

Hierbei handele es sich um bewiesene Monopoltechniken erklärte Klein. Er bekräftigte noch einmal den Vorschlag des Justizministeriums, den Softwareriesen in kleinere Unternehmen zu zerschlagen, denn verstärkte Regulierungsmaßnahmen würden nichts bewirken. Heute wird Microsoft seinen Gegenvorschlag bei Richter Thomas Jackson einreichen (CW Infonet berichtete).