Neue Jobbeschreibungen und neue Aufgaben

Microsofts Manager bewerben sich nochmal

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Microsoft will kundennäher arbeiten und hat seine Organisation umgestellt. Dafür wurde vor allem im Vertrieb und im Marketing eine neue Struktur geschaffen und Aufgaben neu definiert. Alle Manager und Mitarbeiter der betroffenen Abteilungen mussten sich nun auf die eigene oder eine andere Stelle bewerben.

Albert Hakkers hat ein paar Monate harter Arbeit hinter sich. Der Personalchef der deutschen Microsoft-Niederlassung hat mit dem Top-Management und dem Betriebsrat einen Teil des Unternehmens umstrukturiert. Etwa 200 von rund 1000 Mitarbeitern aus Vertrieb und Marketing inklusive Management mussten sich in den letzten Wochen innerhalb des Unternehmens neu bewerben.

Diese Aktion ist Teil einer weltweiten Reorganisation mit dem Ziel, die Softwarefirma kundennäher aufzustellen. Dabei soll insbesondere die Zusammenarbeit von Marketing und Vertrieb mit der Entwicklungsabteilung in Redmond effizienter gestaltet werden. "Wir müssen den Verkauf mit der Entwicklung stärker verknüpfen, um schneller zu erfahren, was der Kunde will", lautet die Forderung aus der Zentrale.

Dabei ist der Softwareriese so vorgegangen, wie es die Theoretiker immer wieder fordern. Zuerst stand der Plan mit der neuen Organisationsstruktur, der Betriebsrat wurde von vornherein eingebunden, und das Ganze konnte zügig, also ohne monatelange Diskussionen und Widerstände, abgeschlossen werden. Microsofts Management und der Betriebsrat hatten zunächst alle deutschen Niederlassungen besucht und die Notwendigkeit der Reorganisation erläutert. Auch auf der jährlich stattfindenden zweitägigen Versammlung des Unternehmens für alle Beschäftigten in Salzburg wurde nochmals auf die Bedeutung dieser Reorganisation hingewiesen, wobei Hakkers zugibt, dass "das Stimmungsthermometer ein paar Grad weniger anzeigte als in den Vorjahren." Dafür kann er Verständnis aufbringen, denn er sagt ganz offen: "Stellen Sie sich vor, Sie sind zehn Jahre Manager im Unternehmen und müssen sich plötzlich neu bewerben." Da enstände schon ein gewisses Maß an

Unsicherheit.

In den deutschen Regionalbüros wurde ein Raum eingerichtet, in dem alle Informationen - inklusive der künftigen Organigramme - zur Umstrukturierung bereit standen. Darüber hinaus war der gesamte Prozess im Intranet abgebildet mit der neuen Struktur, ausführlichen Jobbeschreibungen, einer Übersicht der bereits besetzten und noch freien Stellen und einem Formular, um sich online auf den gewünschten Arbeitsplatz zu bewerben.

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