Entscheidungen teilweise revidiert

Microsofts Einschränkungen beim Cloud-Speicher OneDrive bringen Kunden auf die Palme

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Microsoft hat sich bei Nutzern des Cloud-Speichers OneDrive für die Art und Weise entschuldigt, in der ihnen im vergangenen Monat der kostenlose Cloud-Speicher streitig gemacht wurde. Kunden bekommen weiter 15 GB Speicher kostenlos, wenn sie sich bis Ende Januar melden.

Microsoft hatte in einem Blogpost am 2. November 2015 folgende Änderungen bei seinen Consumer-Cloud-Diensten - zum Nachteil der Kunden - mitgeteilt:

  • Anwender von Office 365 Home, Personal und University sollen keinen unbegrenzten Cloud-Speicher mehr erhalten. Ihr Kontingent wird auf 1TB beschränkt;

  • Zahlende Kunden mit Kontingenten von 100 oder 200 GB (1,99 beziehungsweise 3,99 Dollar) müssen ab Januar 2016 mit 50 GB Vorlieb nehmen und dafür 1,99 Dollar bezahlen;

  • Der kostenlose One-Drive-Speicher wird Anfang 2016 von 15 GB auf 5 GB für alle User reduziert. Die 15 GB Speicher, die Microsoft für Fotos kostenlos zur Verfügung gestellt hat, werden abgeschafft. Die Veränderungen sollen ebenfalls Anfang 2016 greifen.

Jede Menge Ärger mit OneDrive-Kunden

Auf change.org haben OneDrive-Nutzer eine Petition gestartet, um Microsoft zum Einlenken zu bewegen.
Auf change.org haben OneDrive-Nutzer eine Petition gestartet, um Microsoft zum Einlenken zu bewegen.

Nachdem eine Welle des Protests über Microsoft einschlug, ist sich das Management nun offenbar im Klaren darüber, dass Veränderungen bei Cloud-Diensten ein sensibles Thema sind, zumal die Kunden ihre Abhängigkeit vom Anbieter hier überdeutlich zu spüren bekommen. "Wir entschuldigen uns aufrichtig für den Ärger, den diese Entscheidung verursacht hat, und für die Art und Weise, wie wir kommuniziert haben", schreibt Douglas Pearce, einer der Group Program Manager für OneDrive.

Bestandskunden, die in den Genuss von 15 GB kostenlosem OneDrive-Speicher und 15 GB für ihre Fotosammlung gekommen sind, dürfen ihren Speicher nun behalten - vorausgesetzt, sie beantragen dies mit einem Opt-in-Klick auf einer Microsoft-Website. Für Neukunden gilt diese Regelung nicht.

Kollektivstrafe für OneDrive-Kunden?

Microsoft hatte seine Entscheidung, den Speicher für Office-365-Kunden zu begrenzen, damit begründet, dass es "eine kleine Anzahl Kunden" gebe, die Backups für eine Vielzahl von PCs im Netz vornähmen und dort zudem ganze Filmsammlungen ablegten. Es habe Fälle gegeben, in denen Nutzer 75 TB belegten - 14.000 Mal so viel wie ein Durchschnittskunde. Über 70.0000 Kunden beschwerten sich daraufhin im OneDrive-User-Forum und fragten, warum Microsoft die Masse der Nutzer bestrafe, wenn doch nur einige wenige über die Stränge schlügen. In einer Petition auf Change.org wurde Microsoft aufgefordert, die Änderungen beim kostenlosen OneDrive-Speicher wieder zurückzunehmen.

Nachdem es Proteste hagelte, entschuldigte sich Microsoft-Manager Douglas Pearce.
Nachdem es Proteste hagelte, entschuldigte sich Microsoft-Manager Douglas Pearce.

Umfrage zu CRM in der Cloud

Obwohl Microsoft hier nun tatsächlich Zugeständnisse macht, werden andere Änderungen nicht revidiert. Unbegrenzten Speicher für private Office-365-Nutzer wird es nicht mehr geben, das Limit wird Anfang 2016 auf 1TB festgelegt. Immerhin bekommen Anwender, die heute mehr als 1TB Daten in Microsofts Online-Speicher verwalten, ein Jahr Zeit um aufzuräumen beziehungsweise Kapazitäten zuzukaufen. Danach wird Microsoft die entsprechenden Accounts sperren und schließlich auch löschen, sofern die Kunden nicht reagieren.

Alternativen: GoogleDrive, iCloud, Amazon Cloud Drive

Wer mit Microsofts Cloud-Konditionen nicht einverstanden ist, kann sich jederzeit umorientieren, wenngleich auch bei den Wettbewerbern der Online-Speicher seinen Preis hat:

  • Nutzer von GoogleDrive erhalten derzeit 15 GB kostenlosen Speicher. 100 GB kosten zwei Dollar im Monat, 1TB schlägt mit 10 Dollar zu Buche und 10 TB kosten 100 Dollar monatlich. Ab dann kosten Zehn-TB-Blöcke jeweils 100 Dollar mehr.

  • Apples iCloud-User bekommen 5GB kostenlosen Online-Speicher und zahlen 1 Dollar für 50 GB im Monat. 200GB kosten drei Dollar und 1 TB zehn Dollar monatlich.

  • Anwender von Amazons Cloud Drive erhalten 5GB kostenlos sowie - wenn sie Prime-Kunden sind - uneingeschränkten Speicher für ihre Fotos. Ein unbegrenzter Speicher für alle Datentypen schlägt mit 60 Dollar jährlich zu Buche. (hv)

 

Hans J H Stoffels

Deaktivieren von OneDrive (diesen Mist) geht nicht. Trotz MS Anleitungsseite. Screenshots gehen nicht mehr, da dieser OneDrive Mist immer die Hand drauf hält und NICHT MEHR sauber funktioniert. Schaltet man OneDrive auf Dieser PC um, dann muss man extra eine graue Taste klicken. Nicht schlimm, aber Dieser PC springt dann sofort wideer auf OneDrive. Ich denke das ist ein primitiver Trick damit man dabei bleibt und, wenn viel rein kommt zahlt. Ich will aber alles NUR auf dem Rechner haben. Als Cloud habe ich privaten Speicher der MEINEN Vorstellungen unterliegt bei One.Com wo auch meine Webseite ist.

Thomas

Als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet. Wie kann man einer Firma vertrauen, die Zusagen einfach einseitig abändert. Auch die Auskünfte, was mit den durch Windows 10 gesammelten Daten geschieht, nachdem diese zu Microsoft übermittelt wurden, sind aus meiner Sicht mit Vorsicht und unter Vorbehalt zu genießen.

CzarekA

Bei Google Apps for Work Unlimited hat man ab 5 Accounts unbegrenzten Speicher bei Google! Bis 5 Accounts bis 1TB alles für nur 8,00€ pro Benutzer und Monat inkl. Backup für alle E-Mails Zeit- und Volumenabhängig.

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