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Jetzt offiziell

Microsoft zahlt 8,5 Milliarden Dollar in bar für Skype

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Microsoft hat eben die offizielle Mitteilung zur geplanten Übernahme von Skype veröffentlicht.
"Skype ist ein phänomenaler Dienst", lobt Steve B.
"Skype ist ein phänomenaler Dienst", lobt Steve B.

Darin bestätigt Microsoft den bereits kolportierten Kaufpreis von 8,5 Milliarden Dollar. Dieser wird in bar an die bisherigen Skype-Investoren unter Führung von Silver Lake Partner bezahlt. Die Verwaltungsräte von Microsoft und Skype haben die Transaktion bereits genehmigt.

Die Mitteilung lässt ein wenig erahnen, was Microsoft mit der Übernahme vorhat. "Skype wird Microsoft-Geräte wie Xbox, Kinect, Windows Phone und ein breites Spektrum an Windows-Geräten unterstützen", heißt es darin, "und Microsoft wird Skype-Nutzer mit Lync, Outlook, Xbox Live und anderen Communities verbinden." Microsoft betont ausdrücklich, es werde auch weiterhin in Skype-Clients auf Nicht-Microsoft-Plattformen investieren und diese supporten.

"Skype ist ein phänomenaler Dienst, den Millionen von Menschen rund um den Globus lieben", kommentiert Microsoft-Chef Steve Ballmer (die Frage ist, ob das nach der Übernahme so bleibt, Anm. d. Red.). "Gemeinsam werden wir die Zukunft der Echtzeit-Kommunikation so gestalten, dass Leute einfach mit Familie, Freunden, Kunden und Kollegen überall auf der Welt in Kontakt bleiben können."

Skype soll ein neuer Geschäftsbereich innerhalb der Microsoft-Organisation werden. Dessen Leitung übernimmt Tony Bates, der erst vor kurzem von Cisco als CEO zu Skype gewechselt war. Bates wird direkt an Ballmer berichten und freut sich schon darauf. "Gemeinsam werden wir Skypes Pläne zum Ausbau unserer weltweiten Community beschleunigen und neue Wege eröffnen, wie jedemann kommunizieren und zuzsammenarbeiten kann", sagt der Skype-Chef.

Die Übernahme bedarf noch der Zustimmung der Kartellbehörden und unterliegt überdies weiteren aufschiebenden Bedingungen. Beide Seiten hoffen aber, alle regulatorischen Hürden im Laufe des Jahres aus dem Weg zu räumen.

Axel Oppermann und Frank Heuer von der Experten Group finden übrigens, dass die 8,5 Milliarden Dollar zwar kein Schnäppchen, aber gut investiert sind: "Auch wenn über 5 Milliarden Euro auf den ersten Blick viel erscheinen, handelt es sich hierbei nicht zwingend um ein Schnäppchen. Microsoft kann sich jedoch von Wettbewerbern wie Google und Cisco distanzieren, sich gegenüber Freunden wie Facebook und den Telekoms dieser Welt stärker positionieren und eigene Lösungen aufwerten", schreiben die Analysten. "Herausforderung für Microsoft wird es sein, die Skype-Services schnell und nahtlos in das eigene Portfolio zu integrieren. Nur eine schnelle Vernetzung der Services, eine trennscharfe Abgrenzung von Leistungen und Preisen sowie die Integration in weitere Plattformen wie Facebook werden einen Erfolg bringen."