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Microsoft wollte Open-Source-Aktivist Raymond anheuern

13.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft hat einem der wichtigsten Sprecher der freien Software-Bewegung, Eric S. Raymond, eine Stelle angeboten. "Ich würde gerne mit Ihnen im Detail über eine Karriere bei Microsoft, Ihre Erfahrungen, Hintergründe und Qualifikationen sprechen", heißt es in einer E-Mail eines Mitarbeiters der Microsoft-Personalabteilung an Raymond, die der Befürworter der Open-Source-Bewegung auf seiner Website veröffentlichte. Eher friere die Hölle ein, wies Raymond die Offerte energisch zurück und fragte an, ob es der Headhunter bereits bei Richard Stallman und Linus Torvalds versucht habe. Vielleicht sollte aber Microsoft eine leichtere Aufgabe auf sich nehmen und Papst Benedikt XVI um den Vorsitz einer satanischen Orgie bitten.

Der Buchautor und Programmierer Raymond ist neben dem Linux-Erfinder Linus Torvalds und dem Programmierer Richard Stallman eine der wichtigsten Figuren der Open-Source-Szene. Raymond hatte im Oktober 1998 die so genannten Halloween-Papiere von Microsoft veröffentlicht. In diesen internen Schreiben diskutierten führende Mitarbeiter des Softwarekonzerns, wie man den Vormarsch der Open-Source-Software und des Betriebssystems Linux stoppen kann. Durch die Veröffentlichung der vertraulichen Papiere wurde der Wettstreit zwischen den Windows und Linux weiter angeheizt. (dpa/mb)