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Microsoft wollte mit SAP fusionieren

07.06.2004
Microsoft ist Ende letztes Jahres mit Fusionsplänen an den Walldorfer Konzern herangetreten. Die Gespräche wurden aber im Frühjahr ergebnislos abgebrochen und sollen auch nicht wieder aufgenommen werden.

Die heute beginnende Gerichtsverhandlung im Falle Oracle-Peoplesoft bringt Hochinteressantes an den Tag. Die Walldorfer SAP AG sah sich soeben veranlasst, in einer Mitteilung folgendes anzuzeigen:

"SAP bestätigt, dass - während kontinuierlicher Gespräche mit Microsoft über eine gemeinsame Entwicklungspartnerschaft im Bereich der so genannten "Web Services" - Ende letzten Jahres Microsoft an die SAP herangetreten ist, um die Idee einer möglichen Fusion ("Merger") zu diskutieren. Diese Sondierungsgespräche wurden in diesem Frühjahr beendet. Es besteht keine Absicht, diese Gespräche wieder aufzunehmen. Beide Unternehmen haben jedoch eine gemeinsame Entwicklungspartnerschaft im Bereich der Web Services sowie eine gegenseitige Lizenzierung von Patenten beschlossen, die am 12. Mai 2004 veröffentlicht wurde.

"Wie alle börsennotierten Unternehmen untersucht auch die SAP regelmäßig Möglichkeiten, wie wir unsere weltweit führende Stellung im Markt für Unternehmenssoftware weiter ausbauen können. Unsere heute veröffentlichte Stellungnahme ist vor diesem Hintergrund zu sehen", sagte Henning Kagermann, Vorstandssprecher der SAP. "Die SAP hat die feste Absicht, weiterhin partnerschaftlich mit Microsoft zusammenzuarbeiten, um unter bestmöglicher Nutzung der Web-Services-Technologie auch in Zukunft ihren Kunden wirklichen Mehrwert bieten zu können."

Zu dieser Stellungnahme sah sich der deutsche Konzern offenbar genötigt, weil die vertraulichen Informationen ansonsten im Laufe der Verhandlung hätten ruchbar werden können. Man habe, so SAP weiter, mit dem US-Justizministerium bei der rechtlichen Prüfung des Oracle-Peoplesoft-Übernahmeverfahrens zusammengearbeitet und im Zuge der Vorbereitung auf die heute beginnende öffentliche Verhandlung alle angeforderten Informationen und Dokumente zur Verfügung gestellt.

Auch Microsoft hat eine diesbezügliche Pressemitteilung herausgegeben (bislang nur in englischer Sprache). Darin heißt es: "Microsoft hat die Verhandlungen vor einigen Monaten aufgrund der Komplexität der möglichen Transaktion sowie der nachfolgenden Integration beendet." Es bestehe keine Absicht, die Gespräche wieder aufzunehmen, betont auch der Redmonder Softwareriese. (tc)