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Microsoft wird Sendo-Klage nicht los

02.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft ist mit seinem Antrag vor Gericht gescheitert, die Klage des britischen Smartphone-Herstellers und ehemaligen Kooperationspartners Sendo abzuweisen. Auch die Forderung der Gates-Company, das Verfahren in dem Bundesstaat Washington zu verlegen, wurde von dem zuständigen Richter aus dem texanischen Texarkana, dem Sitz von Sendos US-Zentrale, abgelehnt. Dieser entschied statt dessen, der Anklage in nahezu allen Punkten statt zu geben.

Sendo hatte seinen früheren Softwarepartner Ende Dezember 2002 wegen Betrugs und Vertragsbruchs verklagt. Das in Birmingham, England, ansässige Unternehmen wirft Microsoft unter anderem vor, es habe Sendo lediglich benutzt, um sich Zugriff zu dessen Technik zu verschaffen und diese an Konkurrenten wie die taiwanische High Tech Computer (HTC) weiterzugeben (Computerwoche online berichtete). Außerdem seien die Redmonder bei der Entwicklung ihres Smartfone-Betriebssystems "Smartphone 2002"nicht auf die Wünsche von Sendo eingegangen. Als Resultat hatte der britische Handy-Hersteller im November vergangenen Jahres überraschend angekündigt, er werde das Smartphone "Z100" mit dem damals noch mit dem Codenamen "Stinger" bezeichneten Microsoft-Betriebssystem nicht wie geplant auf den Markt bringen, sondern stattdessen das konkurrierende "Series 60" von Nokia mit Symbian-Unterbau in Lizenz

nehmen.

Sendo ist nach der richterlichen Entscheidung nun zuversichtlich, dass das Verfahren ohne Probleme voranschreitet. Die Tatsache, dass der Fall nicht abgewiesen wurde, bestätige die Rechtmäßigkeit der Anschuldigungen, so eine Sprecherin der Briten. Nach weiteren Anhörungen soll der Prozess nun Ende 2004 und damit früher als erwartet beginnen. (mb)