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Microsoft will sich im Servicegeschäft versuchen

12.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft plant nach den Worten von CEO Steve Ballmer, künftig einfach gestrickte Dienstleistungen im Frontend-Bereich anzubieten. Bei den kommenden Managed Services werde es sich in erster Linie um standardisierte Angebote handeln und nicht um ein Set komplexer, individuell an einzelne Kunde angepasster Dienstleistungen, kündigte der Microsoft-Chef kürzlich auf einer Partnerkonferenz im US-amerikanischen Minneapolis an.

Weitere Details der Microsoft-Pläne blieb Ballmer indes schuldig und sorgte damit für Irritationen auf Seiten der Partner. Viele bieten bereits Dienstleistungen rund um die Microsoft-Produkte an. Partner müssten ihre Produkte und Services weiterentwickeln so wie sich Microsoft neue Märkte suche, meinte Ballmer dagegen lapidar. "Ich weiß, dass die Diskussionen rund um Microsofts Consulting-Services kontrovers sind."

Microsofts Service-Pläne zielten in erster Linie darauf ab, die Erfahrungen der Kunden mit Microsoft-Produkten zu verbessern, interpretiert Julie Giera, Analystin von Forrester Research die jüngsten Pläne aus Redmond. Der Softwarekonzern dürfte kaum den Anspruch haben, beispielsweise gegen IBM Global Services anzutreten. Microsoft habe in der Vergangenheit oft die Erfahrung gemacht, grundsätzlich den Schwarzen Peter für Softwareprobleme zugeschoben zu bekommen, auch wenn im Grunde die Ursache eine ganz andere sei. Diesen Automatismus wolle Ballmer offenbar mit eigenen Serviceangeboten durchbrechen.

Mit eigenen Microsoft-Angeboten dürften auch die Preise einfacher Services unter Druck geraten, prognostiziert Giera. So versucht IBM zusammen mit Partnern, ebenfalls verstärkt Basisdienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen anzubieten. Auch Dell offeriert seinen Kunden bereits seit Jahren einfache Implementierungs- und Konfigurationsservices rund um die eigenen PCs. (ba)