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Microsoft will auf Antitrust-Vorwürfe der EU antworten

20.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft bereitet offenbar eine schriftliche Antwort auf die Antitrust-Vorwürfe der Europäischen Kommission vor. Über den Inhalt der Stellungnahme würden jedoch keine Informationen veröffentlicht, erklärte Microsoft-Sprecherin Tiffany Steckler. Allerdings sei bislang noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob Microsoft an der Anhörung teilnehmen werde, die die Verantwortlichen der EU-Kommission für Mitte November angesetzt haben. Sollte Microsoft die Möglichkeit einer Teilnahme zumindest in Erwägung ziehen, könnte dies aber bedeuten, dass die Redmonder einer Verhandlung mit größerer Zuversicht entgegenblickten, mutmaßen Rechtsexperten. Bislang scheute der Softwarekonzern vor einer direkten Konfrontation zurück. Die EU-Kommission wirft Microsoft vor, mit Windows seine dominierende Position

im Bereich der Betriebssysteme auszunutzen, um seine Stellung in anderen Bereichen wie dem Lowend-Server-Segment oder dem Geschäft mit dem Media-Player zu stärken. Um dagegenzusteuern könnte Microsoft dazu verpflichtet werden, Teile seines Quellcodes zu veröffentlichen und Vertriebsbedingungen für Windows zu ändern. Außerdem droht dem Konzern eine Geldstrafe in Höhe von zehn Prozent seines Jahresumsatzes: Das wären rund drei Milliarden Dollar. Allerdings wurde eine derartige Strafe bislang nie verhängt. Eine endgültige Entscheidung in Sachen EU-Kommission gegen Microsoft dürfte aber noch auf sich warten lassen. Nach einer Anhörung im November sei eine Entscheidung der Kommission frühestens in den ersten Monaten des Jahres 2004 zu erwarten. Sollte der Spruch negativ für Microsoft ausfallen, hätte der Softwarehersteller die Option, den europäischen Gerichtshof anzurufen. Ein entsprechendes Verfahren könnte sich dann noch

über Jahre hinziehen. (ba)