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Microsoft weist Anschuldigungen von Real Networks zurück

23.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Als Reaktion auf die im Dezember 2003 eingereichten Kartellklage hat Microsoft nun sämtliche Anschuldigungen des Streaming-Media-Anbieters Real Networks zurückgewiesen. Gleichzeitig betonte die Gates-Company, Microsofts Eintritt in den Sektor für digitale Medien sei ein „zulässiger Beitrag zum Wettbewerb“. Es gebe kaum Beweise dafür, dass der Konkurrenzkampf im Markt zum Erliegen kam, da die Produkte von Real Networks und anderen Anbietern weiterhin weit verbreitet seien.

Der Streaming-Media-Pionier hatte Microsoft im Dezember 2003 vor einem Bundesgericht im kalifornischen San Jose wegen Missbrauchs seiner Monopolstellung verklagt. Real Networks argumentierte dabei, Microsoft habe PC-Herstellern seinen "Windows Media Player" aufgezwungen und gleichzeitig die Installation von Konkurrenzprodukten wie des "Real Player" eingeschränkt. Zudem habe der Softwareriese auf räuberische Taktiken zurückgegriffen, um sein Betriebssystemmonopol zu schützen und um ein neues Monopol im Bereich digitaler Medien zu errichten. Dazu zählten Produktbündelung, restriktive Lizenzierung, Exklusivverträge, räuberische Preisgestaltung, die Weigerung ein "nacktes" Windows zu liefern sowie das Zurückhalten von für die Interoperabilität mit Windows essentiellen Informationen. Resultat sei ein beträchtlicher Umsatzrückgang. Aufgrund dieses aus seiner Sicht illegalen Geschäftsgebarens fordert die Company von Microsoft Schadenersatz in

Höhe von über eine Milliarde Dollar.

"Konkurrenz belebe das Geschäft" argumentierte wiederum die Gates-Company in ihrer Stellungnahme: So habe der kostenlos mit dem Windows-Betriebssystem ausgelieferte Media Player zu einer rapiden Innovation im Markt geführt, von der letztendlich die Anwender profitierten. Zwar ließe sich das Tool nicht aus dem Betriebssystem entfernen. Man biete PC-Herstellern und Windows-Nutzern aber bereits seit längerem an, den Media Player zu verstecken und andere Abspielsoftware auf Default zu setzen. (mb)