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Microsoft wechselt Chip-Lieferanten für die XBox: IBM statt Intel

04.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft will die künftige Version der Spielkonsole XBox, die für 2006 angekündigt ist (Computerwoche online berichtete), mit Prozessoren von IBM ausstatten. Bislang takten Intel-CPUs in den Geräten. Einzelheiten gaben die Hersteller nicht bekannt. Für Chiptechnologie von IBM haben sich bereits die Konsolenhersteller Nintendo (GameCube) und Sony entschieden. Sony entwickelt gemeinsam mit Toshiba und IBM den "Cell"-Chip, der in der nächsten Generation der "Playstation" zum Einsatz kommen soll.

Intel erleide durch die Entscheidung Microsofts einen herben Image-Verlust im Konsolenbereich, sagte Richard Doherty, Chefanalyst bei der Envisioneering Group. Finanzielle Verluste habe Intel dadurch aber kaum, da die Gewinnspanne beim XBox-Chip sehr gering bemessen sei. Microsoft bestückt die aktuelle Konsole mit einem 733-Megahertz-Pentium III. Die Technologie gilt als veraltet.

IBMs PowerPC-Chip unterstützt Intels X86-Befehlssatz nicht. Um die Abwärtskompatibilität zu älteren Spielen zu gewährleisten muss Microsoft einen entsprechenden Co-Prozessor integrieren, sagte Kevin Krewell, vom kalifornischen "Microprocessor Report". Die Kompatibilität könnte auch mit der im Februar von Connectix übernommenen Emulationssoftware erzielt werden.

Zu den Gründen des Wechsels haben die Unternehmen bislang keine Stellung genommen. Das aktuelle XBox-Modell wurde von findigen Anwendern zum Linux-Rechner umfunktioniert.

Experten vermuten, dass Microsoft durch die Verwendung der IBM-CPU Hackeraktivitäten verhindern will. Bislang lässt sich die Konsole durch den Einsatz eines "Modchips" so modifizieren, dass sowohl Linux installiert werden als auch gecrackte Spiele verwendet werden können (Computerwoche online berichtete).