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Microsoft warnt vor schwächerem Umsatzwachstum

29.01.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft-CFO John Connors warnte auf einer Analystenkonferenz in New York davor, dass das Umsatzwachstum im kommenden Geschäftsjahr vermutlich nicht so hoch wie in früheren Jahren ausfallen werde. Zwar registriere das Unternehmen einen Anstieg der IT-Investitionen, erklärte der Finanzchef US-Medienberichten zufolge. Dieser werde jedoch nicht so hoch wie in den 90er Jahren ausfallen. Daneben befürchtet Connors in der nahen Zukunft einen weiteren Rückgang im Bereich "Deferred revenue". Darunter versteht man zu erwartende Einnahmen aus bestimmten Lizenzprogrammen, die über mehrere Jahre hinweg schrittweise bilanziert werden.

"Wir haben ein Loch von 1,1 Milliarden Dollar aus dem "Upgrade-Advantage"-Programm", so Connors. Grund dafür sei, dass bis Ende des laufenden Fiskaljahres zum 30. Juni ein Großteil der Upgrade-Advantage-Verträge auslaufen. Anschließend, so schätzt der Finanzchef, gehen jedoch maximal 30 Prozent der jetzigen Abonnement-Kunden eine neue mehrjährige Lizenzvereinbarung mit Microsoft ein. Der Großteil von ihnen entscheide sich stattdessen für Einmallizenzen. Grund dafür sein unter anderem, so Marktbeobachter, da erst in einigen Jahren neue Windows- oder Office-Versionen anstünden.

Microsoft hatte Upgrade Advantage Mitte 2002 durch das neue Lizenzmodell "Software-Assurance" ersetzt. Der Wechsel führte zu einem drastischen Anstieg der zurückgestellten Einnahmen, da zehntausende Unternehmen kurz vor Auslaufen der Option Ende Juli 2002 noch Verträge nach dem alten Lizenzmodell abschlossen. Inzwischen wird der Posten in der Bilanz jedoch von Analysten kritisch beäugt. Erst vergangene Woche musste Microsoft mitteilten, dass die Umsätze in diesem Bereich im zweiten Geschäftsquartal 2004 erneut sanken (Computerwoche.de berichtete). (mb)