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Microsoft – vom Softwareriesen zur Wirtschaftsmacht

19.10.2007
Das weltweite Ökosystem rund um Microsoft setzt pro Jahr rund 425 Milliarden Dollar um. Im Länder-Ranking nach Bruttoinlandsprodukt (BIP) würde sich ein "Staat Microsoft" zwischen den Philippinen und den Niederlanden einreihen.

Microsoft entwickelt sich mehr und mehr zu einer globalen Wirtschaftsmacht. Das haben die Marktforscher von IDC in einer Studie herausgefunden, die insgesamt 82 Länder und Regionen mit einbezog. Demnach umfasst das Partnernetz des Softwareriesen weltweit 640.000 Unternehmen. Etwa 42 Prozent aller in der IT-Industrie Beschäftigten weltweit finden hier ihr Auskommen. Insgesamt werden in dem Microsoft-Ökosystem jährlich 425 Milliarden Dollar umgesetzt. Für jeden Dollar, den Microsoft verdient, nehmen die Partner zusammengenommen 7,79 Dollar ein, so die IDC-Analysten. Außerdem investierten diese Firmen jährlich rund 100 Milliarden Dollar in ihren Heimatländern.

Mit der gesponsorten Studie will der Softwarekonzern offenbar sein Renommee aufpolieren und sich als Wirtschaftsfaktor gerade in der dritten Welt ins Spiel bringen. Dort hat Microsoft massive Probleme beispielsweise durch hohe Piraterieraten (siehe auch: Piraterierate weltweit konstant). Trotz massiven Drucks auch auf die Regierungen ist es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, die illegale Softwarenutzung einzudämmen. Nun versuchen die Microsoft-Verantwortlichen, ihren Konzern als potenziellen Konjunktur-Katalysator zu positionieren und so die jeweiligen Länder zu motivieren, stärker gegen Softwarepiraten vorzugehen.

Dabei geht es für den Konzern um viel Geld. Gerade die Entwicklung in Schwellenländern und der dritten Welt sorgt für wachsende IT-Ausgaben. IDC zufolge werden in diesem Jahr weltweit rund 1,24 Billionen Dollar in IT investiert, IDC-Konkurrent Gartner taxiert die weltweiten IT-Ausgaben 2007 aufgrund anderer Berechnungsgrundlagen sogar auf 3,1 Billionen Dollar (siehe auch: Seid umschlungen Billionen). Bis 2011 sollen die Ausgaben laut den IDC-Auguren jährlich um durchschnittlich 6,1 Prozent zulegen. (ba)