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Microsoft verschärft Ton gegenüber der EU

02.03.2006
In einer neuerlichen Erwiderung hat Microsoft der EU-Kommission vorgeworfen, sie sei voreingenommen und paktiere heimlich mit Konkurrenten des Redmondern Softwarekonzerns.

Dies gehe aus Briefen hervor, die man kürzlich erhalten habe. Außerdem sei der von Brüssel eingesetzte Treuhänder nicht unparteiisch. "Die Kommission und der Treuhändern können ihre jeweiligen Rollen als neutraler Regulierer und unabhängiger Überwacher nicht erfüllen, wenn sie aktiv und geheim mit Microsofts Gegnern zusammenarbeiten", schreibt Microsoft.

Die EU wollte zunächst keine Angaben zum Inhalt oder der Zulässigkeit von Microsofts "ergänzender Stellungnahme" zu ihren Vorwürfen vom vergangenen Dezember machen. Nach einer Anhörung am 30. oder 31. März werde entschieden, ob man die Microsoft angedrohten täglichen Geldstrafen von zwei Millionen Euro (siehe "EU-Kommission droht Microsoft tägliche Millionenstrafe an") verhängen werde oder nicht.

Bei der Androhung verließen sich die Kartellwächter nicht zuletzt auf einen unabhängigen Bericht des britischen Informatikprofessors Neil Barrett. Dieser war zu dem Schluss gekommen, dass Microsoft die Schnittstellen von Windows nicht wie gefordert ausreichend offengelegt habe. Microsoft hält die Kommunikation der Kommission mit Barrett für nicht ausreichend und den Treuhänder für voreingenommen. (tc)