Office 365

Microsoft versammelt seine Programme in der Cloud

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
Mit dem angekündigten Service Office 365 verbindet Microsoft vier angesagte Themen: IT-Kosten und Cloud Computing, Collaboration und Mobility. Marktstart ist im Jahr 2011.

Microsoft hat den neuen Service „Office 365“ präsentiert, bei dem die Büroanwendungen aus der Cloud kommen. Das Paket umfasst Office, SharePoint Online, Exchange Online sowie Lync Online für Unified Communications. Die Unterschiede zu den Microsoft Online Services sind gering, lediglich die Produktversionen wurden aktualisiert. Exchange Online basiert dann auf Exchange 2010, SharePoint Online auf dem SharePoint Server 2010 und Lync Online auf Lync 2010.

Das Update erweitert jedoch den Funktionsumfang: So wurden die Office Web Apps in den Service aufgenommen, und Outlook Web Access unterstützt auch Browser wie Firefox und Safari. Zudem ist der Zugriff über Smartphones möglich, die nicht unter einem Microsoft-Betriebssystem laufen müssen.

Office Web Apps - Microsoft geht den Weg in die Cloud.
Office Web Apps - Microsoft geht den Weg in die Cloud.
Foto: Wolfgang Miedl

Vermarktet wird der Dienst in verschiedenen Ausbaustufen. Für kleine Unternehmen mit bis zu 25 Anwendern, die eine einfache und integrierte Lösung benötigen, kostet Office 365 pro Monat und Nutzer 5,25 Euro. Dies umfasst Funktionen von Exchange, SharePoint und Lync sowie eine Webpräsenz und natürlich die Office Web Apps. Firmen mit mehr Mitarbeitern zahlen auch etwas mehr. Wer nur E-Mail will, muss 1,75 Euro pro Monat/Nutzer auf den Tisch legen.

Für die oberste Ausbaustufe stellt Microsoft 22,75 Euro pro Monat und User in Rechnung. Dafür enthält der Service auch noch Office Professional Plus (auf dem PC), Voicemail, Social Networking, Instant-Messaging, Conferencing-Tools (Video, Sprache, Web), einen Telefon-Support rund um die Uhr sowie weitere Features. Ob dadurch, wie von Microsoft in Aussicht gestellt, die Gesamtkosten sinken, muss jeder selbst ausrechnen. Interessenten müssen sich zudem gedulden, verfügbar ist Office 365 erst im kommenden Jahr. Derzeit ist erst der Beta-Test in 13 Ländern angelaufen. Zu einem späteren, nicht näher benannten Zeitpunkt, soll CRM Online hinzukommen.

Senior Advisor Axel Oppermann von der Experton Group bezeichnete Office 365 als eine „klare Stellungnahme und Positionsbestimmung von Microsoft in Richtung Cloud Computing“. Das vorgestellte Angebot erfülle jedoch das selbst ausgegebene Credo "We are all in" nicht umfassend. So werde die Option Office Professional Plus zwar voll in die Cloud integriert, benötige aber noch eine Installation auf dem Client.

Oppermann rät Unternehmen, frühzeitig die aktuelle Lizenzsituation im eigenen Haus mit der Client-Strategie abzugleichen. „Während die Vorteile der Online-Versionen von SharePoint, Exchange und Lync sicherlich den Bedarf der breiten Masse treffen werden, gilt es, für den Bereich der Office-Applikationen eine vertiefende Analyse vorzunehmen.“ So müsse beurteilt werden, ob das Subskriptions-Modell für Office-Funktionalitäten über Office 365 mit den klassischen Bezugsmodellen und Laufzeiten und den damit verbundenen Kosten-/Nutzenszenarien einhergehe.