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Microsoft veröffentlicht Internet Explorer 6

28.08.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft hat gestern mit ein paar Tagen Verspätung seinen neuen Webbrowser Internet Explorer 6, der auch fester Bestandteil von Windows XP sein wird, zum Herunterladen bereit gestellt - vorerst allerdings nur in englischer Sprache (für die Veröffentlichung der lokalisierten deutschen Version konnte die hiesige Pressestelle noch keinen Termin nennen). Wie üblich wird zunächst ein knapp 500 KB großes Setup-Programm übertragen, das dann die für das jeweilige System benötigten Komponenten über das Netz nachlädt.

Der neue Browser ist allerdings nicht unumstritten, und zwar aus zwei Gründen: Erstens unterstützt er nicht mehr von Haus aus Suns Java, und zweitens arbeitet er nicht mehr mit Netscape-kompatiblen Plugins zusammen. Entwickler müssen somit ihre Erweiterungen in Form von Active-X-Komponenten bereit stellen - Microsoft begründet dies mit Sicherheitsaspekten (was angesichts der innigen Systemintegration von Active X wenig plausibel erscheint). Eine virtuelle Maschine mit (veralteter) Java-Technik bietet Microsoft weiterhin separat zum Download an, wer von einer älteren IE-Version upgradet, behält seine bisherige VM. Sun hat es trotz aller Anstrengungen noch nicht geschafft, eine IE6-kompatible Java-Variante zu veröffentlichen (Computerwoche online berichtete), eine solche wird hoffentlich in absehbarer Zeit nachgereicht.

Lobenswert ist aber in jedem Fall die Unterstützung des vom W3C (World Wide Web Consortium) propagierten Privacy-Standards P3P (Platform for Privacy Preferences) im IE6. P3P definiert einen Standard, um Datenschutzrichtlinien in maschinenlesbarer Form anzubieten, und ermöglicht es dem Benutzer, in weiten Bereichen über die Verwendung seiner persönlichen Daten zu verfügen. Allerdings gibt es bislang nur wenige Websites, die P3P bereits implementiert haben - mit zunehmender Verbreitung des neuen Microsoft-Browser dürfte sich das rasch ändern.