Google Gmail triumphiert

Microsoft verliert 1,3 Millionen Nutzer von Outlook und Exchange auf einen Schlag

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Die australischen Schulen war eine der größten Microsoft-Referenzen für Exchange und Outlook in der Welt. Nun wechseln sie zu Google - der Kosten wegen.

Das New South Wales Department of Education and Training will die komplette Collaboration-Infrastruktur auf Basis von Microsoft Exchange und Microsoft Outlook abschaffen. Diese wird aktuell von rund 1,3 Millionen Schülern und Studenten genutzt. Stattdessen sollen nun der IT-Dienstleister SMS Management and Technology zusammen mit dem australischen TK-Konzern Telstra in den kommenden drei Jahren eine neue Umgebung aufbauen, die auf Mail-Servern von Google und dem Mail-Client "Gmail" (hierzulande Google Mail) basiert. Zudem ist eine vollständige Integration in ein eigenes Web-Portal geplant. Das Hosting übernimmt Google. Das Projekt hat ein Volumen von 9,5 Millionen Dollar und eine Laufzeit von zunächst drei Jahren.

Größte Gmail-Installation der Welt entsteht

Microsoft verliert damit nach kurzer Laufzeit eine seiner größten Installationen für Outlook und Exchange in der Welt. Die Infrastruktur hatte der Dienstleister Unisys zwischen 2003 und 2006 für 63 Millionen Dollar aufgebaut. Doch erst im letzten Jahr hatten die Schüler und Studenten damit arbeiten können. Australische Medien fragten daher, warum die Entwicklung so lange dauern konnte und kritisieren die hohen Kosten. Mit der Neuausschreibung will das New South Wales Department of Education and Training nun kräftig Geld sparen (siehe auch "Exchange und Lotus Notes werden Anwender zu teuer"). Der Betrieb soll noch in diesem Jahr beginnen. Schüler erhalten dann statt der bisherigen 35 MB Speicher für ihren E-Mail-Account 6GB. Google kann sich nun seinerseits durch den Deal mit der größten Gmail-Installation weltweit brüsten (siehe auch den Beitrag "Google Mail stellt Lotus Notes und Microsoft Exchange in Frage").