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Microsoft verkauft Linux - was der Deal mit Novell kostet

08.11.2006
Die kürzlich verkündete Allianz mit dem Suse-Linux-Anbieter Novell lässt sich Microsoft noch einmal gut 400 Millionen Dollar kosten – in seinem Kartellvergleich hatte der Redmonder Konzern Ende 2004 bereits 536 Millionen Dollar nach Waltham, Massachusetts, überwiesen.

Der Deal macht Microsoft effektiv zu einem Reseller von Suse Linux, der Novell-Distribution des Betriebssystems, und vereint zwei gegnerische Lager in der Softwarebranche. Bei der ursprünglichen Ankündigung der Partnerschaft hatten Steve Ballmer und Ron Hovsepian keine finanziellen Details ihrer Kooperation verraten.

Novell hat jetzt aber in einer Pflichtveröffentlichung bei der US-Wertpapier- und Börsenaufsicht SEC Details der Zahlungen zwischen den beiden Langzeitrivalen enthüllt. Microsoft zahlt Novell demnach 240 Millionen Dollar für Coupons, die seine Firmenkunden gegen Abonnements für Suse-Jahressupport eintauschen können. Weitere 160 Millionen Dollar investiert Microsoft in den nächsten fünf Jahren in das Marketing von Suse Linux mit Windows, dazu kommen noch einmal 34 Millionen Dollar für eine dedizierte Vertriebsmannschaft.

„Die finanziellen Commitments von Microsoft im Rahmen dieser Vereinbarung sind signifikant“, bescheinigt Novell-Chef Hovsepian in einer Presseerklärung.

Beide Unternehmen haben sich verpflichtet, ihr jeweiliges Patent-Portfolio nicht gegenüber Kunden des jeweils anderen Unternehmens einzuklagen. Was diesen Teil der Kooperation betrifft, zahlt Microsoft an Novell im voraus 108 Millionen Dollar; Novell wiederum entrichtet in den kommenden fünf Jahren in Form laufender Zahlungen wenigstens 40 Millionen Dollar nach Redmond.

Novell bemüht sich derweil, Bedenken aus der Welt zu schaffe, es verstoße mit dem Abkommen gegen die GNU General Public License (GPL), unter der Linux verteilt wird. „Unsere Übereinkunft schränkt in keiner Weise die Freiheiten ein, die Novell oder sonst jemand in der Open-Source-Community inklusive der Entwickler im Rahmen der GPL hat und stellt auch keinerlei Bedingungen auf, die den Konditionen der GPL widerspräche“, erklärte Novells Generaljustiziar Joseph LaSala. (tc)